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Hanna-Lisa Buchheit

 

Die alte Weisheit der Lakota - Sioux

Die Kultur der Lakota - Indianer in Nordamerika geht auf Jahrtausende alte Glaubensvorstellungen zurück. Dieses alte Wissen war das Fundament ihrer Gesellschaft und sicherte ihnen das Überleben. Dieses Bewusstsein ist bis heute prägend für das Alltags-Leben, den Umgang miteinander und ihrer Umwelt.

Genetischen Erkenntnissen zufolge haben die Vorfahren der Nordamerikanischen Ureinwohner ihre Wurzeln in der Region des Baikalsees und des Altaigebirges. Von dort aus folgten die Menschen, den großen Rentierherden nach Ostsibirien. Gegen Ende der letzten Eiszeit, vor rund 13500 Jahren, gelangten sie schließlich über die Beringstraße, die zu dieser Zeit noch eine Landbrücke bildete, nach Nordamerika. Dies war möglich, weil sich ein Korridor im Eis bildete, das noch einen Großteil des Kontinents bedeckte. Die Einwanderung erfolgte in mehreren Wellen.

Doch aufgrund archäologischer Ausgrabungen ist anzunehmen, dass bereits schon vorher Menschen den Kontinent bewohnten. Wahrscheinlich erreichten sie Amerika auf dem Seeweg. Vermutlich fuhren sie mit Booten aus Häuten, wie sie noch heute von den Inuit verwendet werden, die amerikanischen Ostküste entlang. Somit umgingen sie das Eis und landeten auf dem Festland. Von dort aus besiedelten sie den ganzen Kontinent. Mit sich brachten die alten Jäger- und Sammlerkulturen ihre lange überlieferten Traditionen und religiösen Vorstellungen dorthin. Aus ihnen gingen schließlich die vielen, verschiedenen Stämme Nordamerikas hervor.

Eines dieser Völker sind die Lakota, die zur Stammesgruppe der Sioux gehören. Ihre ursprüngliche Heimat sind das südliche Minnesota und das angrenzende Iowa. Die Lebensgrundlage bildete das Fischen, die Ernte von Wildreis und der Gartenbau. Zeitweise unternahmen sie Jagt - Expeditionen auf die nahgelegenen Great Plains. Diese führten sie zu Fuß durch, wobei ihnen Hunde als Lasttiere dienten.

Ihre Weltanschauung und Bewusstsein gehen auf Jahrtausende alte Glaubensvorstellungen zurück. Charakteristisch für das Verständnis ihrer Weltsicht ist sich als Einheit mit dem Universum zu betrachten. Nach ihrem Glauben ist alles beseelt, Belebtes genauso wie Unbelebtes. Denn es wurde von der gleichen Energie, die alles durchdringt, geschaffen. Diese Energie wird als Wakán Tánka bezeichnet. Ähnliche Vorstellungen existieren auch in vielen anderen Religionen. Bei den Inuit heißt diese Energie Sila. In der Algonkin-Sprache wird sie als Manitu bezeichnet, der vielen, geläufig ist. Man könnte ihn mit Great Spirit, Great Mystery oder Weltseele übersetzen. Eine kosmische Ur- Kraft, aus der die Schöpfung hervor geht. Erde, Himmelskörper und Naturphänomene sind Manifestationen dieser Kraft. Als Schöpfer versteht man also kein personifiziertes Wesen sondern eine geheimnisvolle Energie. Deshalb dürfen Begriffe wie „Mutter Erde“ und das „ Himmelswesen Shan“ nicht als Gottheiten, wie bei den Griechen, verstanden werden. Sie sind lediglich als allegorische Hilfestellungen zu werten. Als Vermittlung für unsere beschränkte menschliche Vorstellungskraft. Auch beschreiben sie alles mysteriöse, für unseren Verstand nicht Greifbare und Unerklärliche.

Die Religion der verschiedenen Stämme haben immer spezifische Eigenheiten, die in Verbindung mit ihrer Umwelt und Lebensweise stehen. Doch haben sie viele Gemeinsamkeiten und Grundvorstellungen.

Sie sehen sich tief verwurzelt mit „Mutter Erde“, die ihnen das Leben schenkt. Genauso wie den Pflanzen und allen anderen Lebewesen. Alles ist ein Teil dieser schöpferischen Kraft. Somit steht auch alles in einer heiligen Verbindung zu einander. Aus dieser Verbindung ergibt sich auch eine Verantwortlichkeit und Verpflichtung für diese. Alltagsleben und Spiritualität sind eng miteinander verflochten. Sie sind geprägt von großer Achtung und Respekt.

Doch das Leben der amerikanischen Ureinwohner sollte sich mit der Ankunft der Europäer drastisch ändern. Der Einfluss und die Unterdrückung durch Europäer ließ ihre kulturellen und gesellschaftlichen Strukturen auseinanderbrechen. Eingeschleppte Krankheiten dezimierten zusätzlich einen großen Teil der Bevölkerung.

Durch die neuen Einwanderer gerieten die Indianer immer mehr in Bedrängnis. Viele Stämme waren gezwungen auf die Great Plains als Lebensraum auszuweichen. Unterschiedliche Volksgruppen entwickelten im Laufe des 18. Jahrhunderts eine relativ einheitliche Plainskultur.

Diese Entwicklung machte auch die Einführung des Pferdes durch die Europäer möglich, welches als Lasttier und zur Jagd diente.

So spalteten sich auch die Sioux auf. Einige lebten weiter vom Gartenbau, andere zogen weiter westwärts und lebten nun von der Büffeljagd als Nomaden. Es entwickelten sich verschiedene Dialektgruppen, das Dakota, Nakota und Lakota. Wobei die Lakota die dominierende Gruppe waren.

Doch auch das Ausweichen auf die Great Plains sicherte den Lakota nicht ihr Überleben. Durch eine rapide steigende Anzahl von weißen Siedlern kam es zu immer mehr Konflikten. Ausgehandelte Verträge, die den Frieden sichern sollten, wurden von den Europäern immer wieder gebrochen. Die Situation spitzte sich zu als in den Black Hills Gold gefunden wurde. Diese waren den Lakota heilig und wurden ihnen zuvor als angestammtes Gebiet zugesichert. Nun aber beanspruchte die Regierung dieses Territorium für sich. Die Folge waren erbitterte Widerstandskämpfe gegen die militärisch überlegene US-Army. Bei einem Massaker bei Wounded Knee, 1890, wurden 200 Lakota - Sioux durch die 7. Kavallerie getötet. Damit war auch die letzte Auflehnung niedergeschlagen.

Des Weiteren wurde ihre Lebensgrundlage durch gezieltes Abschießen des Büffels zerstört. Schließlich mussten die einst freien Völker ihr traditionelles Leben aufgeben und wurden in die Reservation gezwungen.

Was folgte waren Missionierung, Verbot ihrer Sprache und von kulturellen Bräuchen. Eingepfercht auf kargem Land sind sie nun ohne Lebensgrundlage und Perspektive. Ihr Überleben ist abhängig von den spärlichen Mitteln, die ihnen die US- Regierung zur Verfügung stellt.

Der Zusammenstoß von Native Americans und Europäern ist letztlich auch ein Clash zweier, grundsätzlich verschiedener, Glaubenssysteme. Sie verfügen über gegensätzliche Auffassungen und Wertevorstellungen. Auf der einen Seite die Ureinwohner in deren Vorstellung die Natur im Zentrum steht. Auf der anderen Seite die christlich geprägten Europäer, in deren Weltbild Gott über der Natur steht und die Menschen sich diese zu Untertan machen sollen. Gott und Natur stehen getrennt voneinander. Während die Ureinwohner sie als eins betrachten. Diese Betrachtungsweise spiegelt sich im Handeln der jeweiligen Gesellschaft wieder.

Trotzdem ist es den Lakota und anderen Stämmen gelungen, viel von ihrer Kultur zu bewahren und in die neue Zeit hinüber zu retten. Seit einigen Jahren ist ein immer stärker werdendes, indianisches Bewusstsein zu beobachten. Die First Nations organisieren sich und kämpfen für ihre Rechte und den Erhalt ihrer Kultur.

Vielleicht gelingt es ihnen einen wertvollen Wissensschatz zu bewahren, von dem unsere gesamte Gesellschaft profitieren kann.

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In der Gegenwart, liegt die Vergangenheit, mit dem Wissen, unsere Zukunft zu gestalten.
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