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Clarissa Marchesan
Hochbegabte / hochsensible Menschen denken ungefähr zu 90 % in Gefühlen. Diese Gedanken werden logisch gedacht und mit einander verknüpft und es werden daraus Schlüsse gezogen.Der Rest ist das Denken, das verbalisiert werden kann. 

Ist das jedem Hochbegabten / Hochsensiblen soweit klar,dass sein Denken im Sinne seiner Hochbegabung ‚normal‘ ist? Ich selber habe immer versucht,so zu denken, wie es von mir verlangt wurde. Es war wieder nur eine Anpassung möglich,um dazu zu gehören und nicht wieder dumm da zustehen.Denn meine  Art zu denken wurde schon in meiner Kindheit kritisiert. Wie kann ich euch das beschreiben? 

Als Kind und später als Jugendliche hatte ich Schwierigkeiten mich aus zudrücken. Ich fühlte meine Gedanken und versuchte sie auszudrücken. Da aber schon der nächste Gedanke hinzu kam und sich mit dem anderen Gedanken verknüpfen wollte,da es passte,wollte ich diesen  Gedanken mit einbringen und mich mitteilen. 

Es gelang mir nicht,da ich nicht verstanden wurde. Meine  Eltern,die normalbegabt waren,konnten mich nicht verstehen und dementsprechend nicht unterstützen. Ich wurde dadurch stark verunsichert,weil ich dann  natürlich geglaubt habe,dass ich zu dumm sei mich gut und richtig aus zudrücken. Ganz zu schweigen vom Spott meiner Mitmenschen. Denn in der Schule,wo es keine Zeit zum lösungsorientierten,kreativen Denken gab, waren die Antworten dementsprechend vorgegeben.

Hierbei möchte ich gerne mit euch ein Erlebnis aus meiner Kindheit teilen. Es hat mich stark geprägt und klang  sehr lange in mir nach.

Im Geschichtsunterricht hatte mein  Lehrer eine Frage zum alten Griechenland und seinen Göttern  gestellt. Es ging um das Leben  der sagenumwobenen Götter,die immer mal auf die Idee kamen in die Welt der Menschen hinab zusteigen und sich bald in den einen zu verlieben oder zu bekämpfen.

In meinem Kopf ging es los:Götter, zu den Menschen hinabgestiegen,oftmals auch Streitigkeiten ergeben,Äußerungen,die dann wen gekränkt haben,daraus wieder ein Rache Akt,denn man konnte  sich das nicht gefallen lassen...und so weiter und so fort.

Diese Gedanken hatte ich in meinem Kopf. Auch das was ich dazu fühlte. Ich meldete mich,denn ich hatte schließlich die Antwort. Was ich nicht wusste,dass diese Antwort schon eine andere Schülerin gegeben hatte.

Alle Kinder lachten. Es war mir sehr unangenehm. Hinzu kam,dass der Lehrer mich dann noch mit dem Spruch:“Ach,Clarissa! Wo bist du immer nur mit deinen Gedanken..?!“, in die Pause verabschiedete.

Es war kein schönes Gefühl. Denn ich hatte doch alles richtig gemacht,oder?!

ich passte mich mehr und mehr an. Wollte schließlich dazu gehören und nicht immer so wirr denken.

Die Menschen sollten mich verstehen und gut finden. 

Erst als ich meine Kinder  bekam und mich  mit der Thema der Hochsensibilität und Hochbegabung auseinander setzen musste, wurde mir klar, dass mein Denken in meiner Kindheit richtig war. 

Hochbegabte / hochsensible Menschen können sich auf ihre Gefühle und den daraus resultierenden emotionalen  Schlüssen vertrauen und sich darauf verlassen. 

Da das Denken in Emotionen gedacht wird und viele Gedankengänge parallel gedacht werden-und  auch noch miteinander verbunden sind- ist es schwierig, ja oft unmöglich  den einen oder anderen Gedanken auszusprechen. 

Normalbegabte Menschen denken linear. Sie fassen einen Gedanken und der muss dann auch ausgesprochen werden. Der Gedanke muss dann raus,damit Platz für ein neuer Gedanke da ist,der dann wieder ausgesprochen werden muss.

Ich habe selber schon erlebt: Wenn Hochbegabte zusammen sitzen und sich über ein Thema unterhalten und Normalbegabte mit in dieser Runde sitzen, dann können sie oftmals der Unterhaltung nicht folgen. Irgendwann verlassen sie  die Runde. Meistens mit einer gekränkten Äußerung, wie:"Unterhaltet euch mal ruhig alleine,ich  bin dann mal im Wohnzimmer...“. Das hat mir jedes Mal ein schlechtes Gewissen gemacht,weil ich nicht die Absicht habe jemanden zu verletzen. Auch da verstellte ich mich wieder, damit alles wieder gut ist.

Wenn ich mich mit meinen Kinder treffe,dann dauert es meistens eine kleine Weile, bis wir uns aufeinander eingestellt haben. Denn jeder bringt von außen eine Schwingung mit. Das spüren wir alle drei ganz deutlich. Dann aber,wenn wir wieder in gleicher Schwingung sind, geht es mit den Gesprächen, wie wir sie früher geführt hatten weiter.

Ein Freund von meinem älteren Sohn Julian ist oft bei solchen Treffen dabei. Er gehört praktisch zur Familie. Er ist Normalbegabt. Er kennt unsere Art zu kommunizieren.Findet es aber nicht schlimm,wenn er die Unterhaltung nicht folgen kann und macht niemanden von uns deswegen Vorwürfe. Er genießt es dabei zu sein. Er ist aber auch ein fröhlicher, positiver gestimmter junger Mann.

Wenn ein hochsensibler / hochbegabter Mensch schon in frühen Jahren erfahren konnte, seinen  eigenen emotionalen Schlüsse zu vertrauen und sich darauf zu verlassen , ist eine günstigere Möglichkeit gegeben die eigenen  Potenziale zu entdecken und zur Entfaltung zu bringen.

Ich wünsche es mir vom Herzen für Euch alle.

Liebe Grüße

Clarissa

 

 

 

 

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