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Besser mit NLP

Block 1: Primary Skills ChinaRüttle an den Grundfesten Deines Kulturverständnisses

Die Reise begann bereits, als ich im Practitioner die neuen Trainer fragte, wohin Sie denn reisen wollten. Thailand war ja klar, aber danach…? Die Wahl der Teilnehmer fiel auf China, das versprach, das grösste Abenteuer zu werden. Und im bequemen Berlin ist fernes Abenteuer immer eine tolle Sache. Ich dachte mir: „Na, das kann ja heiter werden…!“ und: wurde es auch.

Leider allerdings fällt in diesem Jahr das Chinesische Neujahrsfest genau in die letzte Woche des Januars. Da ist Reisen in China wirklich nicht sinnvoll. Alle Geschäfte sind geschlossen und Millionen von Menschen sind unterwegs. Ich haben deshalb die Chinareise an den Anfang gelegt. Beginn 3. Januar 2017 in Kanton.

Davor haben wir uns schonmal in Hongkong in einer größeren Gruppe auf die Reise eingestimmt. Mein Ziel war es, den Teilnehmern ein China zu zeigen, wie es Reisende aus fremden Ländern sonst nicht zu sehen bekommen. Ein großer Helfer ist mir dabei Xiang Shixiang, ein guter Freund und der eigentliche Organisator dieser Reise. So konnten wir über unseren eigenen Bus verfügen, fanden immer die richtigen Restaurants und auch sonst las er uns die Wünsche von den Augen ab.

Die ersten Tage in Kanton

Kanton also. Die Stadt ist seit dem 15. Jahrhundert der Anlaufpunkt für die Handelsbeziehungen mit dem Rest der Welt. Das Perlenfluss – Delta ist eine der größten Industriezonen der Welt und so kommen die Geschäftsleute aus aller Welt nach Kanton um … Geschäfte zu machen. Einen kleinen Ausschnitt davon haben wir uns angesehen. Ledermarkt, Kleidermarkt, Koffermarkt, Uhrenmarkt, Jademarkt, Teemarkt… shop till you drop – das war unser Motto.

Auch die kantonesische Küche haben wir erforscht. Die Beziehungen in Familie und Beruf laufen allesamt über das Essen. Es ist müssig, hier die wunderbaren Abendessen in den Spezialitätenrestaurants aufzuzählen. Pekingente kennst Du bestimmt. Kennst Du sie aber richtig, in drei Gängen? Zuerst die Haut der am offenen Feuer gerösteten Ente. Grosse Show mit scharfem Messer und weissen Handschuhen. Danach das Entenfleisch mit Kräutern und Reis und ganz zum Schluss die gekochten Knochen als leckere Suppe.

Vielleicht klingt es wenig vegetarisch, die chinesische Küche ist jedoch reich an vegetarischen Gerichten und jedes Restaurant bietet mindestens sieben verschiedene Gemüsesorten an, allesamt auf ganz spezielle Art zubereitet. Hast Du schon einmal Lotoswurzeln mit Lilienzwiebeln und Wasserkastanien gegessen? Oder Bergbambus mit Schwarzohrpilzen und Ingwer? Oder vielleicht Wasserfarn mit Tofu und schwarzen Bohnen…?

DAS ist die Kultur der Chinesen in Kanton, Shenzen oder Shanghai: Geschäft, Geschäft, Essen, Geschäft. Und das haben wir nicht nur gesehen, wir sind eingetaucht.

Kultur unterwegs – ohne Touristen

Und dann machten wir uns auf den Weg. Elf Stunden Busfahrt bis ans Ende der Zivilisation. Dort, wo die Strasse aufhört und danach über hunderte von Kilometern nur noch Wald und Wildnis sind, dort gibt es noch ein altes, verlassenes Dorf, als Runddorf angelegt. Die Dorfgemeinschaft lebte in einem einzigen grossen, runden Haus. Beeindruckend zu sehen und sich vorzustellen, wie eng und sozial das Leben dort stattgefunden haben muss.

Und dort, ganz in der Provinz dann am Abend, nehmen wir am normalen Leben der Chinesen teil. Tanzende Frauen auf der Strasse, bunte Lichter im Park und ein „einfaches Bauernessen“ zeigen uns ein China jenseits der polierten Fassaden des Massentourismus.

Das weisse Gold

Nächster Tag: Jindezhen, die Wiege der Porzellanherstellung in China. Wo Du hinsiehst: Porzellan, Keramik, Steinzeug, Ton. Und wir: mittendrin. Untergebracht waren wir in einem Hotel, das man in eine ehemaligen Porzellanfabrik vom Anfang des 19. Jahrhunderts „eingebaut“ hat. Klugerweise hat man dazu gleich in der direkten Umgebung angehenden Porzellankünstlern preiswerte Verkaufsräume zur Verfügung gestellt und so lebt der ganze Komplex und atmet modernen Geist. Eine studentische Forschungseinrichtung experimentiert mit Formen aus dem 3-D Drucker – mit beeindruckenden Ergebnissen.

Es gab keinen von uns, der nicht irgendwann über den Tag den Verlockungen der preisgünstigen und ästhetischen Angebote erlegen wäre. Unsere Akquisitionen beschäftigten uns dann auch den ganzen Vormittag des nächsten Tages. Wir besetzten eine Poststation und nach dreieinhalb Stunden hatte auch der letzte seine gesammelten Schätze verpackt und auf den Weg gebracht. Den Nachmittag verbrauchten wir im Bus auf dem Weg in das Huangshan Gebirge.

Die Wolkenprinzessin treibt ihr Spiel

Zwei Tage waren nun dem Wandern gewidmet. Während wir uns über Sonnenschein freuen, ist es für einen wanderfreudigen Chinesen am schönsten, wenn Wolken und Nebel die Sicht in jeder Minute anders gestalten. Und mit genau diesem Wetter wurden wir beschenkt. Nur einige wenige Tage im Jahr schenkt die Wolkenprinzessin dieser Gegend ein solches Wetter. Vor lauter Schauen und Ahh und Ohh vergassen wir glatt, dass wir den ganzen Tag auf den Füssen waren.

Glücklicherweise gibt es in Fussweite des Hotels eine wunderbare heisse Quelle, die nach chinesischem Ästhetikempfinden kitschig und komplett überdekoriert ausgebaut wurde. Aber das tut der Qualität des Wassers und der Temperatur keinen Abbruch und war Labsal für unsere müden Glieder.

Historienspektakel mit Polster

Und schon ging es weiter nach Wuzhen. Das ist ein altes Dorf an einem Fluss, das mit viel Liebe zum Detail so gestaltet wurde, dass es genauso aussieht, wie ein Dorf am Ende des 18. Jahrhunderts ausgesehen haben mag. Nur dass eben der Komfort wunderbarer Zimmer, guter Restaurants, Internet, heisses Wasser, Badewannen und Duschen nicht zu kurz kommt. Kurzum: einfacher und komfortabler Historiengenuss.

Erstveröffentlichung am auf www.kikidan.com

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