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Besser mit NLP

Die Watzlawick Axiome : Kommunikationsmodelle Teil 3

5 Grundregeln der Kommunikation

Paul Watzlawick entwickelte sein Modell aus fünf Grundregeln, die er Axiome nannte. Sie zeigen, wie eng die verbale Kommunikation mit Beziehung und Emotion verknüpft ist. Er macht klar, dass wir in einer selbst konstruierten Wirklichkeit leben, die uns positiv oder negativ beeinflussen kann. Diese Wirklichkeit ist veränderbar und Du kannst selbst bestimmen, wie Deine Wirklichkeiten aussehen sollen. Die einzelnen Axiome beschreiben darüber hinaus Paradoxien der Kommunikation (z.B., dass wir nicht nicht kommunizieren können).
News-WatzlawickSich mit der Arbeit Paul Watzlawicks näher zu halte ich für ein durchaus lohnendes Unterfangen. In unterschiedlicher Formulierung tauchen die fünf Axiome von Paul Watzlawick auch im Modell von NLP auf. Kein Wunder, waren doch sowohl Watzlawick als auch Virginia Satirs und Gregory Batesons Mitlgied der Palo-Alto Gruppe. Ich möchte sogar so weit gehen, zu behaupten, dass die Ansätze der Gruppe in den unterschiedlichen Interpretationsformen der persönlichen Ausprägung alle einander ähnlich sind und allesamt eine Interpretationsform der Gesellschaftsströmungen der 60er Jahre in Amerika darstellen. Vielleicht verhält es sich damit ähnlich, wie zum Beginn des 20ten Jahrhunderts, als Freud, Reich, Jung und Adler die gleiche Arbeit für ihr Zeitalter verrichteten.

In diesem Artikel habe ich daher auch das Modell von NLP in seinem Aspekt als ein einfaches Kommunikationsmodell mit aufgenommen. Dies ist ein Teil des Modells, der häufig bei der handlungsbestimmten Beschäftigung mit den Formaten und Techniken zu kurz kommt.

Das Kommunikationsmodell von Paul Watzlawick

1. Axiom: Kommunikation ist nicht nicht möglich.
Sein bekanntestes Axiom ist „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Watzlawick berücksichtigt dabei auch den Aspekt der nonverbalen Kommunikation – also Gesten, Mimik und Verhalten. Für ihn ist nicht nur der Inhalt entscheidend, sondern auch WIE man etwas sagt (oder nicht sagt), oder WIE man sich verhält. Sicherlich kennst Du diese Situation: Du benutzt einen Fahrstuhl und bist für kurze Zeit mit einem Unbekannten auf engem Raum zusammen. Wenn Du Deine Ruhe haben willst, meidest Du den Blickkontakt, Du redest nicht. Du teilst dem Anderen über Dein Schweigen und Dein Verhalten mit, dass Du keine Kommunikation wünschst. Somit kommunizierst Du mit Deinem Verhalten, dass Du keine Kommunikation wünschst. Eigentlich  ist das ein Paradoxon. Ganz anders würdest Du Dich verhalten, wenn Du den “Elevator Pitch” ausprobierst. Dann suchst Du nach einer Möglichkeit, über den Blickkontakt und eine möglichst direkte und zielgerichtete Art Deiner Kommunikation sofort mit Deinem Gegenüber ins Gespräch zu kommen, und Dich in sehr kurzer Zeit positiv darzustellen.

2. Axiom: Kommunikation hat einen Inhalts-  und einen Beziehungsaspekt.
Watzlawicks zweiter großer Ansatz ist, dass jede Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt hat. Ausschlaggebend ist für ihn dabei, in welcher Beziehung Du zu Deinem Gesprächspartner stehst. Du vertraust einem Dir fremden Gesprächspartner nicht unbedingt Deine innersten Geheimnisse an. Deine Gesten oder Dein Tonfall mit denen Du Deinem Gegenüber begegnest, zeigen Ihm, wie Du zu ihm oder ihr stehst. Bei negativen Schwingungen und bei unaufgelösten Schwierigkeiten in der Beziehung kann es sehr leicht zu Störungen in der Kommunikation kommen. Das bezieht sich nicht nur auf das Privatleben, sondern selbstverständlich auch auf Deinen Beruf. Hand aufs Herz – Du arbeitest doch auch lieber mit Kollegen oder Kolleginnen, die Du gerne magst. Mit jenen, die Du weniger sympathisch findest gibt es auch häufiger Probleme.

3. Axiom: Kommunikation besteht aus Reiz- und Reaktionsmustern.
Watzlawick ging weiter davon aus, dass Kommunikation immer aus einer Ursache (Reiz) und ihrer Wirkung (Reaktion) besteht. Dieses Muster verläuft kreisförmig und verstärkt sich damit. Im negativen Fall entsteht daraus der bekannte Teufelskreis der Kommunikation. Dies ist eine Kommunikationsstörung bei der alles, was Du sagst und tust, zur Verstärkung einer Lösungsvermeidung und zu einer negativen Stimmung beiträgt. Watzlawick verdeutlicht dies mit folgendem berühmten Beispiel:  Die Ehefrau nörgelt herum, dass der Mann sich zurückziehen würde. Die Nörgelei geht ihm auf die Nerven und er zieht sich wegen der negativen Anschuldigungen zurück. Das kann sich immer weiter fortsetzen, bis eine positive Kommunikation in einer Beziehung vollständig unmöglich wird.  Beide Kommunikationspartner hinterfragen dabei ihre tieferen Beweggründe nicht und reagieren nur auf das für sie wahrnehmbare Verhalten. Dieses Axiom zeigt Dir darüber hinaus (indirekt) an, dass Du in einer von Dir selbst konstruierten Wirklichkeiten lebst. Die Qualität Deiner (wie auch immer gearteten) Beziehung hängt davon ab, wie Dein Partner auf Deine Kommunikation reagiert und sie im Positiven, wie im Negativen mitgestaltet. Dieses Axiom zeigt Dir auch, dass, wenn EINER der Partner bewusst seine Kommunikationsmuster verändert (Das Modell von NLP liefert dazu hervorragende “Tricks”), der Gegenüber sich ebenfalls verändern MUSS. Dies ist neben den Watzlawickschen “Lösungen” ein hervorragender Weg, aus einem Teufelskreis herauszukommen. Im Modell von NLP gibt es dazu den einfachen  und wirksamen Grundsatz: “Wenn das nicht funktioniert, was Du gerade tust, dann tue etwas anders, bis Du wieder auf dem richtigen Weg bist!”

4. Axiom: Kommunikation ist analog und digital.
Watzlawick unterscheidet in der menschlichen Kommunikation zwischen analogen und digitalen Modalitäten. Mit “digital” meint er jedoch nicht facebook und andere soziale Netzwerke. Analog bezeichnet für ihn die nonverbale Kommunikation bzw. die Beziehungsebene. Hier definiert er analog anders als wir im Modell von NLP. Analog heißt im NLP jener Aspekt der Kommunikation, der durch sensorisch wahrnehmbare Aspekte wie Geschwindigkeit, Tonalität, semantische Dichte und alle anderen nicht über den Inhaltsaspekt transportierte Komponenten bestimmt wird. Deshalb kann für Watzlawick die Beziehungsebene auch mehrdeutig sein. Die inhaltliche Ebene definiert er als die digitale Ebene. Für ihn besteht die “komplette” Kommunikation aus Inhalt und aus Gesten, aus Sprechweise und aus Mimik. Mit der analogen Komponente eines Satzes kannst Du Deinem Gesprächspartner etwas „zwischen den Zeilen“ mitteilen. Im idealen Fall der Kommunikation sollen sich die digitale (verbale) und die analoge (nonverbale) Kommunikationsebene nicht widersprechen. Dies nennt man das Gebot der Kongruenz, das auch im NLP ein wichtiges Kriterium darstellt. Eine häufig zu beobachtende Inkongruenz in der Kommunikation stellt es zum Beispiel dar, wenn Dein Gegenüber auf eine Frage verbal mit “JA” antwortet und dabei seinen Kopf schüttelt. Irgend etwas stimmt da doch nicht. Wenn Du erfolgreich kommunizieren willst: achte darauf,  auf beiden Ebenen kongruent zu kommunizieren.

5. Axiom: Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär.
Kommunikation richtet sich nach verschiedenen Hierarchien. Watzlawick spricht von symmetrischer oder komplementärer Kommunikation. Im ersten Fall befindet sich eine Beziehung auf Augenhöhe, im anderen Fall gibt es einen starken und einen schwachen Partner. Dabei beeinflusst das jeweilige Verständnis dieser unterschiedlichen Ränge die Ausdrucksformen:  Gespräche unter pubertären Jungen laufen beispielsweise ganz anders als wenn sich der gleiche Junge mit seinen Eltern unterhält. Jeder Vater kennt die Auswirkungen dieses Axioms, wenn sein Sohn in die Pubertät kommt und sich durch kritische Auseinandersetzung am Leitbild des Vaters orientiert (auf die eine oder andere Art und Weise). Irgendwann wird aus dem Kind ein junger Erwachsener, der mit dem Vater auf Augenhöhe kommunizieren will, was ihm häufig wegen der Unflexibilität des Vaters sehr schwer gemacht wird. Diesem Axiom entspringt auch der Ausspruch von Andre Gide: “Mit sechzehn hielt ich meinen Vater für einen alten Trottel. Mit einundzwanzig wunderte ich mich, wie viel er in den vier Jahren dazugelernt hatte. (Zitat aus: Der Immoralist”)”

Mich persönlich hat Paul Watzlawicks Ansatz zum Thema “Lösungen” sehr beeinflusst. Mit seinen Vorschlägen arbeite ich heute noch. In seinem Buch zu diesem Thema beschreibt er sehr alltagstauglich verschiedene Ansätze, Lösungen für alltägliche Kommunikationsprobleme zu finden. Dies ist ein Buch, das ich “zur Beziehungspflege” jedem ans Herz lege, der glaubt, in einer schwierigen Beziehung zu leben. Zum Thema “Lösungen” gibt es auf youtube einen hochinformativen Vortrag zu sehen, bei dem er den Aspekt beleuchtet, dass oft eine Lösung das Problem selbst darstellt.

Watzlawicks Kurzbiographie

Watzlawick studierte Philologie und Philosophie in Venedig. Von 1957 bis 1960 unterrichtete er in San Salvador als Professor das Fach Psychotherapie. Ab 1960 war er Mitarbeiter in Palo Alto (Californien) am Mental Research Institute. Ab 1967 unterrichtete er zusätzlich an der Stanford University im Fachbereich Psychiatrie. In Deutschland wurde er vor allem durch viele veröffentlichte populärwissenschaftliche Bücher (u.a.: Anleitung zum Unglücklichsein) bekannt. Seine Kollegen in Palo Alto waren unter anderem Virginia Satir, Gregory Bateson und Jay Haley. Das sind Namen, die auch in Verbindung mit NLP eine große Rolle spielen.

Dieser Artikel ist Teil der Serie „Kommunikationsmodelle im Vergleich“:
Kommunikationsmodelle 1: Arten und Vergleich
Kommunikationsmodelle 2: Das 4 Ohren Modell von Schulz von Thun
Kommunikationsmodelle 3: Die Watzlawick Axiome
Kommunikationsmodelle 4: E-prime
Kommunikationsmodelle 5: Das Modell von NLP
Kommunikationsmodelle 6: Weniger bekannte Modelle

Hier geht es weiter zum Artikel über Nonverbale Kommunikation

Hier können Sie mehr über Selbsthypnose erfahren.

Hier sehen Sie, was ein Luzides Träumen ist.

Erstveröffentlichung am 26.11.2013 auf www.kikidan.com

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