Du siehst hier einige Artikel aus unserem Journal.
Damit Du alle Artikel ansehen kannst, melde Dich bitte HIER an.

Clarissa Marchesan header
Clarissa Marchesan
Wie sollte die Schule für hochbegabte/ hochsensible Kinder gestaltet werden?

Wenn man bedenkt, dass die Volksschule erst knapp 200 Jahren existiert und sich seitdem kaum verändert hat.
Also die Lehrkräfte dürfen die Kinder nicht mehr schlagen. Allgemeine Züchtigungen und Demütigungen, wie Eselsmütze aufsetzen und ab in die Ecke,  dürfen nicht mehr statt finden.

Und immer noch wird überwiegend daran gearbeitet, die Schwächen der Schüler auszugleichen, kaum daran die Stärken zu stärken, so wie es die Geschichte der Tierschule deutlich macht.

Allerdings gibt es erste zaghafte Ansätze. Ich hatte mich neulich mit einem Grundschullehrer unterhalten. Dieser hatte mir erzählt. dass in seiner Grundschule jetzt das Augenmerk mehr auf die Förderung jeden Kindes gelegt werden soll. Dafür werden jetzt AG`s angeboten, in denen die Kinder ausprobieren können wo ihre Lust liegt, was zu machen.Die Lehrer gucken dann zusätzlich, wo ihre Begabung ihr  Potenzial liegt und somit zusätzlich gefördert werden kann.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass kleine Veränderungen stattfinden.

 



Für mich stellte sich dann die Frage, wie könnte Schule für Hochbegabte/ Hochsensible Kinder und Jugendliche gestaltet werden?

Ich kam auf Idee darüber eine Diskussions Runde mit HB`s und HSP zu organisieren. Sie sollten aus ihren Erfahrungsschatz berichten und erzählen, was sie gerne anders haben möchten bzw bei den beiden älteren Teilnehmern, was sie gerne gehabt hätten:

Es war eine fröhliche und lebendige Runde. Emilia 11 Jahre, besucht die 5. Klasse in Berlin, Lion 8 Jahre alt, besucht die 2. Klasse,in Berlin Joel 20 Jahre alt ist Student und besucht die Humboldt Universität in Berlin und Maria Horn ist Coach für hochbegabte/ hochsensible Kinder und Jugendliche und Familie.

Ich kam auf Idee dieses Thema in einer Runde von Experten, die es am eigenen Leibe erfahren durften, was es für sie bedeutet und bedeutet hat, in die Schule gehen zu dürfen zur Diskussion zu stellen. Ich hatte einige Wochen zuvor  eine Anfrage von 2 Abiturientinnen bekommen, die das Thema :"Wie sollte Schule für Hochbegabte gestaltet werden? Welche Modelle passen am Besten, Homogene oder separierte Klassen?", für die 5 PK ausarbeiten wollten.Sie wollten mich im Allgemeinen über das Erkennen, die Problematik und die Förderung von Hochbegabten befragen.

Also, sollten Hochbegabte Kinder in einer Klasse gesteckt werden, in  der nur Hochbegabte sind, oder ist eine gemischte Klasse, bestehend aus hochbegabten Kindern und normalbegabten Kinder, die bessere Variante.

Eine sehr spannende Thematik, die mich dann auch selber sehr beschäftigte.Ich fing an im Internet zu recherchieren und fand heraus, dass es einige Studien, Modelle und Konzepte zu diesem Thema gibt.

Das wäre zum Beispiel das Galileo Gymnasium.in Berlin. Sie haben sich auf die Fahne der Begabten Förderung geschrieben. Oder auch das Sankt Afra Gymnasium in Meißen oder das Landesgymnasium in Schwäbisch Gmünd als bekannte Internats-Gymnasien für Hochbegabte. Aus den USA kommt das Dalton Konzept. Und in allen anderen eurpäischen Ländern (außer in D) sowie fast überall auf der Welt das aus dem angelsächsische Raum stammende Homeschooling-Konzept.

Ich versuchte pro und contra für diese Modelle  heraus zufinden. Von 2 Modellen habe ich persönliche  Erfahrungen von einer Freundin und einem Bekannten, die ihre Kinder auf die jeweilige Schule geschickt hatten.Das war nicht so berauschend für die hochbegabten Kinder. Andererseits gibt es Berichte von Kindern und Jugendlichen dieser Schulen, die es super toll fanden.

 

Aber welches Konzept passt super für Hochbegabte Kinder und Jugendliche? Ich fing an, in meinem Familien-, Freundes und Bekanntenkreises nach zu fragen, was die Kinder so für eine Meinung haben, wie es für sie schöner wäre. Es war für mich eine interessante Befragung.

Dinge, wie Hausaufgaben, zu frühen Unterrichtsbeginn, sollte es nicht mehr geben. Das ist langweilig und öde. Auch das Lernen mit Lust, war bei meinen Befragungen eine wichtige Forderung. Klar, dass Kinder im Allgemeinen keinen wirklichen Bock auf Schule haben, aber die Frage ist ja: Wie kann die Schule für hochbegabte Kinder und Jugendliche gestaltet werden?

In erster Linie ist das Lernen in einer Gruppe ,oder in einem größeren Klassenverbund für Hochbegabte schwierig, denn es wird sich immer zum Schwächeren orientiert. Erst wenn es der letzte Schüler es verstanden hat, dann kann der nächste neue Unterrichtsstoff bearbeitet werden. Das ist für Hochbegabte sterbenslangweilig, weil sie es in der Regel schon beim ersten Mal verstanden haben. 

Da wäre es schön, wenn der Lehrer dann fit genug wäre und diesen Kindern entgegen kommen würde und ihnen etwas Interessantes anbieten würde. Es sind ja in der Regel in den Klassen nur 2 % hochbegabte Kinder vorhanden. Und trotzdem höre und beobachte ich, wie diese Kinder nicht gut und fördernd begleitet werden. Auch meinen Söhnen ist das so ergangen. Julian hatte extra Aufgaben bekommen und musste sie dann lösen. Eigentlich hatte er es als Strafe gesehen, dass er zeitiger fertig geworden ist.

Wenn Hochbegabte sich für ein Thema interessieren, dann brennen sie dafür. Dann muss die Sache weiter und intensiver unter die Lupe genommen werden. Der Stundenplan und die allgemeine Planung des Schulalltages sieht dies aber nicht vor, dass z.B. die interessierten Kinder nach dem Biologieunterricht weiter forschen können, wie zum Beispiel die weiteren Zellen des Körpers aufgebaut sind, denn jetzt steht auf dem Stundenplan Mathe.

Es kann also erst nach der Schule die Neugier auf die Zellen gestillt werden. Die Kinder werden dadurch gebremst und das frustriert irgendwann. Es ist irgendwann langweilig, wird gestört oder es wird sich zurück gezogen.

Meine Nichte Emilia ist jetzt in der 5. Klasse. Sie besucht eine JÜL-Klasse ( mit jahrgangsübergreifendem Lernen). Sie geht gerne in die Schule. Hausaufgaben findet sie doof und außerdem sind es immer viel zu viel. Sie beschwert sich, dass die Lehrer sich nicht absprechen und sie jeden Tag, in jedem Fach Hausaufgaben bekommt. Ansonsten macht ihr die Schule Spaß. sie würde es jedoch sehr gut finden wenn die Schule morgens später anfangen würde.

Sie kann es nicht leiden, wenn Kinder oder Lehrer etwas sagen, was nicht stimmt, und obwohl sie es schon längst widerlegen konnte wird es weiter behauptet. Das ärgert und frustriert sie stark. Es gab die Möglichkeit, dass sie nach der 4. Klasse aufs Gymnasium gehen konnte. Das wollte sie nicht, weil sie bei ihren Freunden bleiben wollte.

Meine Schwägerin berichtete mir, dass Emilia sehr viel Glück gehabt hatte. Sie hat eine Lehrerin, die schnell erkannte, dass Emilia anders und schneller lernt, als die anderen Kinder aus ihrer Klasse. Sie riet der Mutter Emilia auf Hochbegabung testen zu lassen. nach der Testung durch eine Psychologin konnte Emilia an einem Exrtra-Förderprogramm teilnehmen. Sie wurde in ihren Stärken unterstützt und gefördert.

LIon hat es da nicht ganz so glücklich erwischt. Er geht auf dieselbe Schule, wie Emilia. Auch in eine JÜL-Klasse. Doch die Lehrer sind ihm nicht sehr wohlgesonnen. Er wird oft kritisiert und für Dinge bestraft, im denen er keinen Sinn sieht. Zum Beispiel hatte er erzählt, dass ihn die Kinder beim Lehrer verpetzen, wenn er Seiten im Schulbuch überspringt. Dann wird er nach vorne geholt, wird beschimpft und bekommt extra Aufgaben auf. Das frustriert Lion sehr und er macht seinen Frust auch bemerkbar. Das wiederum können die Lehrer nicht tollerieren und es gibt Elterngespräche dazu. Es wird sich  über das Benehmen von Lion beschwert. Laut Erzählungen meiner Schwägerin ist das gerade alles eine schwierige Situation für Lion und der Familie. Zu Hause ist Lion zwar auch sehr lebendig und kaum zu bändigen, aber wenn ihn eine Sache sehr interessiert bleibt er dran und beendet diese zu seiner vollsten Zufriedenheit.

Zur Zeit  baut er sich aus Styropor eine Landschaft. er werkelt sehr gerne und ist wunderbar dabei, Sachen mit seinen Händen zu gestalten.Für Lion könnte die Schule nur aus Pausen  bestehen. Er liebt es draußen zu sein. Demnächst wollen Joel und er im Wald ein Baumhaus bauen. Dafür macht Lion schon Pläne und recherchiert, wie man ein Baumhaus baut und überlegt was er da alles braucht.

Ich empfand die kleine Diskussionsrunde als sehr lebendig und fröhlich. Es wurde sehr ehrlich von den eigenen Erfahrungen, mit Frust der Schule gegenüber und seinen persönlichen Erfolgen, die man in der Schule gemacht hat, berichtet. In Grunde genommen möchte jeder gerne in seinem Wesen wahrgenommen, akzeptiert und gefördert werden.

Ich freue mich, wenn euch das Video Spaß gemacht hat und  ich Euch mit diesem Artikel erreichen konnte. Auch freue mich mich, wenn Ihr Lust habt mir Eure eigenen Erfahrungen; die Ihr in eurer Schulzeit gemacht habt mit mir zu teilen. Auf Eure  Vorschläge, Anregungen und Kritiken bin ich schon gespannt.

Alles Liebe
Eure

Clarissa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Über die Autorin:

Mein Motto:
Die Bühne des Lebens selber gestalten!
eMail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Skype:
live:clarissa_657
Journalbeiträge von Clarissa Marchesan
Impulse von Clarissa Marchesan
Kurse von Clarissa Marchesan