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Clarissa Marchesan

Heute möchte ich  mit Euch ein Thema teilen, welches mich schon sehr lange  beschäftigt. Es ist das Thema Unendlichkeit.

Was ist Unendlichkeit für mich? Schon als Kind habe ich mich bewusst mit dieser Thematik auseinander  gesetzt und ich hatte immer das Gefühl, dass es mit dem Universum noch nicht zu Ende ist. Ich fand es spannend und wollte es immer mit meinen Freunden teilen. Es war aber für meine Freunde schwierig mir zu folgen, mir gedanklich zu folgen. Meine Gedanken und Gefühle konnte ich im Grunde genommen, nur mit mir aus machen.

Als Kind war ich viel und oft in der Kirche. Dort wird ja immer von : Anfang und Ende gesprochen. Vom Alpha und Omega. Ich verstand es nicht und hatte da meinen Pfarrer gefragt: Das es doch nicht sein kann, dass es so eine Beschränkung gibt. Das es noch was davor geben muss und dann noch davor und dann noch davor. Ich kann mich erinnern, dass ich so begeistert von diesen Gedanken war, dass ich nicht auf hören konnte meinem Pfarrer meine Gedankenwelt zu teilen. Damals dachte ich noch es ist okay so zu denken und zu fühlen. mein Pfarrer hörte mir zwar irgendwie zu, aber verneinte meine Gedanken und lächelte milde. Später

wurde ich aber durch meine Behauptungen aus dem Firmenunterricht raus geworfen. Der Pfarrer ließ sich nicht lange in einer Diskussion ein und schickte mich vor die Tür. Nicht ohne mir vorher noch hinterher zurufen, dass ich evtl nicht mehr an der Firmung teilnehmen kann.

Merkt ihr was? Kennt Ihr nicht auch solche Situationen? Da ich mir ziemlich sicher war, dass es die Unendlichkeit gibt, hielt ich an meinen Gefühlen fest. Ich äußerte sie nur nicht mehr so laut. Das fing damit an, dass meine Familie über mich entsetzt war, dass ich nicht gefirmt werden sollte. Das war mir eigentlich egal. Doch ich fühlte, dass es irgendwie für meine Familie wichtig war, dieses Ritual mit zumachen. Ich entschuldigte mich bei meinem Pfarrer und alles war wieder gut.

Ich glaubte es dennoch nicht, was mir da erzählt wurde. Behielt es aber ab da an für mich. Im Laufe meines Lebens begegnete ich immer wieder ein paar Menschen, mit denen ich

Mein Gefühl sagte mir: Es gibt eine Unendlichkeit!

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Clarissa Marchesan

Vom Sinn und Unsinn des Lernens

Wann macht Lernen wirklich Sinn?

 

Immer mehr wird der Tenor der jungen Menschen lauter : Was bringt mir das, was ich da lernen muss? Im letzten Video- Interview mit Julian über  die Neugier- hatte Julian uns erzählt, dass es für einen Lehrer von ihm störend, ja sogar  eine beleidigend war, als Julian ihm die Frage gestellt hatte. Es gab keine sinnvolle  Antwort, sondern einen Rausschmiss aus der Klasse und einen Eintrag ins Klassenbuch.

Dabei war es doch eine intelligente und richtige Frage, die Julian dem Lehrer stellte..

In diesem Zusammenhang hatte ich vor einiger Zeit ein Gespräch mit 2 Abiturientinnen geführt, die in ihrer 5. PK das Thema Hochbegabung und Schulen vorstellen wollten. Sie hatten mir berichtet, dass sie schon oft den Zusammenhang zwischen dem, was sie lernen müssen und dem, was sie für sich wirklich brauchen, nicht herausfinden.

Und auch dort wurde die Frage an den Lehrer:" Für was brauchen wir das?", als Provokation angesehen. Ihre Schlussfolgerung: "Besser man hält den Mund und lernt, ohne den Sinn zu begreifen, als dass man die Missgunst des Lehrers auf sich zieht.

Joel berichtet im Interview, wie es ihm ergangen ist, als er Dinge lernen musste, deren Sinn er nicht verstanden hatte.

Erst viel später hatte er zum Beispiel das Erfassen eines Gedichtes, die Interpretation und die Erklärung, was ihm der Dichter mit seinem Werk sagen wollte, verstanden.

Es geht um das Erfassen von Zusammenhängen. Das Begreifen des eigenen Erlebens. Das Erweitern des eigenen Horizonts. Zu verstehen, dass es nicht nur der berühmte Tellerrand ist, den man im Blick hat, sondern dass es noch mehr gibt, dass es noch weiter geht.

Es hatte mich zutiefst berührt, was Joel für sich da heraus gefunden hat.

Hierfür habe ich ein Zitat von Albert Einstein gefunden, das für mich ganz gut passend ist:

Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.

Wenn ich es nicht brauche, ist es mir nicht wichtig"- wir alle möchten unser Tun als etwas Sinnvolles und Nützliches erleben. Dies spielt insbesondere beim Lernen eine bedeutsame Rolle.

Kinder lernen motivierter, wenn sie verstehen, weshalb sie lesen, schreiben und rechnen lernen sollen.

Je mehr wir verstehen  dass es sich dabei nicht einfach nur um Schulfächer handelt, sondern um Fertigkeiten, die das Leben bereichern, erleichtern und verschönern, desto eher sind wir bereit,diese Fähigkeiten zu erwerben.
 
Dabei gilt: Theoretische Erklärungen und "Später-wirst-du-froh-darüber-sein-Predigten" nützen herzlich wenig!
 
Joel erzählt uns , wie er das Lernen und den dazu gehörigen Sinn für sich entdecken konnte. Eigentlich nach seinen Erfahrungen sehr spät. Nicht etwa in der Schulzeit direkt: Nein, erst viel später. Das findet er im Nach hinein ziemlich schade, denn er hätte es gut gefunden, wenn ihm schon früher jemand Mut zum Beispiel zum Sport gemacht hätte.
 
Ich bin gespannt, ob ihr genauso viel Spaß bei dem Video habt, wie ich beim Interview mit Joel, und ich wünsche mir, dass ihr ein paar Ideen oder Anregungen für Euch mitnehmen könnt.

Eure
Clarissa
 
 
 
 

kikidan

Besser mit NLP

NLP: Die Sprache der Veränderung (Interview) Persönlichkeit bilden - das Leben gestalten Vor über zehn Jahren hatte ich mit Sascha Ballach einen neugierigen Gesprächspartner, der mich ausquetschte. Grund für das Gespräch war seine Frage, was denn die wichtigsten Punkte wären, die positive Veränderung in Dein Leben bringen. Dieses Gespräch dreht sich deshalb um das Thema „Veränderung“ und darum, wie Du mit wenigen Mitteln starke und positive Veränderungen in Deinem Leben erreichen kannst.

Chris Mulzer über die Sprache der Veränderung

Bei Problemen bitte zuerst die Seite neu laden und dann das Video starten. Siehe auch unter Hilfe.
Im Vorfeld waren Fragen möglich an Chris Mulzer unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Deine Meinung ist uns wichtig! – hinterlasse uns gerne Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zur Sendung.

Vor über zehn Jahren hatte ich mit Sascha Ballach einen neugierigen Gesprächspartner, der mich ausquetschte. Grund für das Gespräch war seine Frage, was denn die wichtigsten Punkte wären, die positive Veränderung in Dein Leben bringen. Dieses Gespräch dreht sich deshalb um das Thema „Veränderung“ und darum, wie Du mit wenigen Mitteln starke und positive Veränderungen in Deinem Leben erreichen kannst.

 

zum Artikel von Chris

 

 

Von Charles Darwin stammt der weise Spruch: Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt, auch nicht die intelligenteste, es ist diejenige, die sich am ehesten dem Wandel anpassen kann. Manches Mal erschrecke ich, wenn ich wieder einmal ein Beispiel wahrnehme, das zeigt, wie wenig Flexibilität und Veränderung Eingang in unser alltägliches Leben gefunden haben. Das ist der Grund, weshalb ich mich der Aufgabe verschrieben habe, Veränderung für möglichst viele Menschen einfach erlebbar zu machen. Damit wir, frei nach Darwin, auch in Zukunft als Spezies überleben werden. Das hier veröffentlichte Interview ist vor zehn Jahren entstanden. Es dokumentiert, wie wichtig Veränderung im Leben ist. Ich gestehe, in den zehn Jahren, die seither vergangen sind, habe ich Vieles dazugelernt, habe daran gearbeitet, die Technik der Veränderung noch einfacher zu gestalten. Die Essenz dieses Gesprächs jedoch ist die gleiche geblieben, Es sind 50 Minuten vollgepackt mit praktikablen Tipps, Dein Alltagsleben positiv zu gestalten – eben durch klug ausgewählte, kleine Veränderungen. In diesem Gespräch empfehle ich das Buch von Vimal Rodgers. Hier findest Du den Link zur deutschen und englischen Ausgabe des Buches: Ändern Sie Ihre Handschrift und Sie ändern Ihr Leben – Vimal Rodgers, bei Amazon kaufen: https://amzn.to/2GMrYfY Your Handwriting can change your life – Vimal Rodgers, bei Amazon kaufen: https://amzn.to/2GmJcxb Ich freue mich sehr, wenn Dich dieses Gespräch motiviert hat, mich in einem Workshop auch persönlich kennen zu lernen. Schau Dich beim NLP Practitoner, dem Master Practitioner oder der NLP Workweek um.

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Gastbeitrag Veit Lindau

Ostern – im Feuer stehen

In deinem Feuer stehen – Ostern ganz persönlich nehmen.

Kreuz und Erlösung im menschlichen Alltag.

Ostern. Ein spannendes Datum – überlagern sich hier doch zwei mächtige Mythen der Menschheit.

roete

Lange vor den Christen feierten naturverbundene Stämme in diesen Tagen die Fruchtbarkeit des Lebens. Das deutsche Wort Ostern leitet sich vom altgermanischen Austrō für „Morgenröte“ ab, das eventuell ein germanisches Frühlingsfest bezeichnete. Der Wortstamm ist auch mit dem altgriechischen ēōs (Göttin der Morgenröte) verwandt. So spüren viele Menschen um diese Zeit herum eine Aufbruchsstimmung, eine neue Lust, hinauszugehen, zu wachsen, zu erschaffen – sich von den fruchtbaren Kräften des Lebens mitreißen zu lassen.

Doch in diesen Tagen wird noch ein weiterer Mythos geehrt und gefeiert – Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi – das älteste Fest der Christen. Dieser Newsletter geht an sehr viele, sehr verschiedene Menschen. Er wird von Christen, Buddhisten, Hindus, Moslems, Juden, Atheisten und Agnostikern und, und, und… gelesen.

kreuzigung

Es kann sein, dass du die Geschichte des einfachen Zimmermannes Jesus wortwörtlich glaubst, dass du sie belächelst oder auf deine ganz persönliche Weise interpretierst. Ich achte religiösen Glauben. Ich bin überzeugt, dass wir im Kern einer jeden Religion Botschaften finden können, die uns alle betreffen. Sie offenbaren sich, wenn wir mit dem Herzen lesen, anstatt mit dem urteilenden Verstand.

Ich bin in einer scheinsozialistischen Kultur groß geworden. Für Gott gab es keinen Raum. Das hatte für mich später seine Vorteile. Denn nachdem die Mauer fiel, konnte ich mich als neugieriger, 20jähriger Mann ohne Vorbehalte auf alle spirituellen Mythen der menschlichen Geschichte stürzen. Ich habe in ihnen nach Wahrheit, nach Berührung und nach Vorbildern gesucht. Dabei begriff ich, dass sich der Sinn vieler alter Geschichten erst offenbart, wenn wir sie persönlich nehmen. Wenn wir sie als einen kollektiven Traum betrachten, von der Menschenseele geträumt und von Generation zu Generation weiter erzählt.

Dem rationalen, selbstverantwortlichen Geist in mir war und ist es immer noch suspekt, warum ein anderer Mensch (Jesus) vor über 2000 Jahren für meine Sünden am Kreuz gestorben sein sollte. So war es mein Zen- und Advaitalehrer, der mir das Kreuz dann doch nahebrachte, in dem er mich fragte:

„Wo weigerst du dich, dich freiwillig ans Kreuz zu nageln?“

Diese Frage ist natürlich erklärungsbedürftig. Wir leben in einer Wohlfühlkultur. Alles – vom Essen, über Technik, Medien und New-Age-Zirkus – ist darauf angelegt, es uns möglichst leicht zu machen. Wir wollen uns gut, stark, zuversichtlich, jung und im Licht fühlen. Dass dies nur die halbe Wahrheit eines menschlichen Lebens ist, wissen wir alle. Jeder von uns hat auch eine emotionale Achillesferse, an der er tief verwundbar ist.

Meist sind es Schmerz, Angst oder Ohnmacht.

Diese Erfahrungen sind die unwillkommenen Gäste auf jeder Wir-sind-immer-gut-drauf-Party. Wir verdrängen sie mit Arbeit, positiven Affirmationen und Geschwätz. Wir bekämpfen sie mit Konzepten und Pillen. Wir wollen sie nicht fühlen – und genau diese Nichtbereitschaft, alles zu fühlen, macht uns schwach und manipulierbar.

Denn warum tust du Dinge, von denen du genau weißt, dass sie dir nicht gut tun?

Warum haben Süchte die Macht, ein Leben zu zerstören?

Warum gibst du kurz vor dem Erfolg auf?

Warum bist du nicht immer ehrlich?

Warum gehst du hin und wieder den leichten, aber falschen Weg?

Warum bleibst du zu lang mit Menschen zusammen, die dir nicht gut tun?

Warum verrätst du dich selbst?

Warum lässt du deine Mission, deinen Traum zu schnell los?

Warum fühlt sich dein Leben manchmal so angespannt an?

Weil du in all diesen Situationen an einen Punkt kommst, an dem du etwas fühlen müsstest, was du nicht fühlen willst.

Zum Beispiel den Schmerz des Alleinseins im Moment einer einsamen Entscheidung. Oder die Angst vor dem, was passiert, wenn du deine Komfortzone verlässt. Oder die Ohnmacht, wenn dein ganzes Üben dich scheinbar nicht weiterbringt.

traenen

Was hat das mit dem Kreuz zu tun?

Es gibt Erfahrungen, die kannst du nicht schön reden, wegklopfen oder negieren. Stumm stehen sie an der Schwelle deines Bewusstseins und warten darauf, von dir erfahren zu werden. In einer Wohlfühlgesellschaft scheint es absurd, regelrecht verrückt, sich aus freien Stücken ins Feuer deiner unangenehmsten Gefühle zu stellen. Es ist… als ob du dich freiwillig ans Kreuz deiner Integrität nagelst.

Warum sollte das ein Mensch aus eigenem Antrieb tun?

Weil er müde ist – vom Weglaufen vor sich selbst. Weil er wissen will, wer er ist, wenn er stehen bleibt und alles fühlt. Wenn du möchtest, lies an diesem Wochenende die Geschichte der Kreuzigung aus dieser persönlichen Perspektive. Deute sie als (d)einen Traum, in dem jeder der Protagonisten einen Anteil von dir verkörpert.

Welche innere Stimme verkörpert Judas in deinem Leben? In welchen Situationen, für welche Argumente verrätst du dich?

Entrüste dich nicht mehr über die Jünger, die in der Nacht vor der Kreuzigung einschlafen und Jesus im Stich lassen. Frage dich: An welchen entscheidenden Stellen deines Lebens schläfst du immer noch ein und lässt dich selbst im Stich?

Weißt du, welches Kapitel mich in dieser Geschichte am meisten berührt?

Es ist der Moment in jener Nacht, als Jesus darum bittet: „Und wenn dieser Kelch irgendwie an mir vorüber ziehen kann…“ Das ist der Augenblick, der ihn mir so nah bringt. Wer von uns ist schon scharf darauf zu leiden? Er will nicht ans Kreuz – genau wie wir. Und doch gibt er sich letztendlich freiwillig hin.

In welchen Situationen deines Lebens weißt du, ahnst du, dass du nicht umhin kommen wirst, dich bestimmte Erfahrungen zu stellen?

In der Beziehung mit dir selbst? Privat? Beruflich? Spirituell? Vor welcher Erfahrung läufst du manchmal noch weg?

Sich freiwillig ans Kreuz zu nageln, bedeutet, stehen zu bleiben: „Ich habe genug gekämpft. Ich möchte JETZT wissen, wer ich bin, wenn ich mich dieser Erfahrung stelle. Ich öffne meine Tür für den ungebetenen Gast.“

Jesus Kreuzigung ist kein schillernder, heroischer Showdown.

Es ist ein so verdammt verletzbares, so menschliches und deshalb fast unerträgliches Leiden. Und genauso fühlt es sich an, wenn wir uns unseren Dämonen stellen. Wenn wir die Einsamkeit fühlen, anstatt uns abzulenken. Wenn wir die Traurigkeit kommen lassen, anstatt weiter blöd zu grinsen. Wenn wir zugeben, dass wir gerade nicht weiter wissen, anstatt blind zu funktionieren. Wenn wir einfach nur Angst haben, anstatt uns einzureden, dass schon alles gut wird.

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Meine Klienten erzählen mir viel aus ihrem Leben und manchmal höre ich Dinge – die machen mich ganz still. Dann weiß ich: Hier ist kein guter Ratschlag, keine schlaue Technik angesagt. Hier hängt jemand an seinem Kreuz – sei es ein Missbrauch, eine schlimme Krankheit, ein behindertes Kind,…

Ich sehe Menschen verbittert dagegen kämpfen und ich kann sie so gut verstehen. Und ich erlebe manchmal Menschen, die diese, ihre Herausforderung in einer so schlichten, starken Würde nehmen, die ich nur (ich hoffe, du verstehst mich richtig) als wunderschön bezeichnen kann.

Unsere Kreuze lassen sich nicht miteinander vergleichen. Jeder hat seins. Im Kern geht es immer um die Herausforderung, etwas bewusst zu erfahren, was uns eigentlich unerträglich erscheint.

Die Kraft der Kreuzigung liegt in der Nüchternheit und in der bedingungslosen Hingabe.

Er, der Mensch, kämpft nicht mehr. Er heißt alles willkommen. Er leidet, doch er jammert nicht. Er fühlt nüchtern alles, was dazu gehört. Und dieses nüchterne Im-Feuer-Stehen ist es, was ihn und uns letztendlich befreit.

Ich tauche nicht gern in unangenehme Gefühle ab. Ganz ehrlich, mir geht es lieber besser als schlechter – wenn du weißt, was ich meine. Ich stehe mehr auf die Sonnentage. Alles andere wäre gelogen. Doch manchmal, wenn ich spüre, dass ein dunkler Gast vor meiner Schwelle steht – Wut, Trauer, Ratlosigkeit, was auch immer – und ich versucht bin, die Tür zu verbarrikadieren, dann hilft mir das Symbol vom Kreuz, mich doch hinzugeben. Ich breite innerlich meine Arme aus. Ich öffne mein Herz, mache mich verwundbar und sage: „Komm, Erfahrung, sei auch du mir willkommen.“

Es gelingt mir bei weitem nicht immer. Manchmal springe ich in letzter Minute vom Kreuz und beginne wieder zu kämpfen oder zu rennen. Doch ich stand mittlerweile oft genug bewusst im Feuer, um zu wissen:

Nach der Schwelle der Unerträglichkeit kommt die Hingabe und sie schenkt den Frieden.

licht

(Skulptur: Paige Bradley. Expansion)

Denn auch das kannst und solltest du an dieser großartigen Geschichte persönlich nehmen:

Der Mensch ließ sich freiwillig kreuzigen.

Er starb in seinem alten, begrenzten Ich. Und… er wurde wiedergeboren.

In diesem Sinne wünsche ich allen, die gerade noch nicht in perfekter Frühlingsaufbruchstimmung sind…

Hingabe an das, was ist…

Ein Fühlen aller Gäste im Haus deiner Seele…

Frieden mitten im Feuer…

Und eine baldige Auferstehung.

Frohe Ostern! Veit

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Neugier, die natürliche Antriebsfeder des Entdeckens, des Lernens

Ich habe mich sehr lange und immer und immer wieder gefragt, wie es sein konnte oder wodurch es passiert ist, dass mein Sohn Julian ab der 4. Klasse kein Interesse mehr an der Schule hatte und mehr und mehr anfing zu resignieren.

Ich berichtete schon in früheren Videos, wie lebendig und wissbegierig Julian war, bevor er in die Schule kam. Er interessierte sich schon mit 3 Jahren für das alte Ägypten und die Götter mit ihren Eigenschaften, das Universum, Aliens, und er liebte es , wenn man ihm kuschelig im Bett oder auf dem Sofa aus Büchern  vorgelesen hat. Es war mir eine wahre Freude, denn ich hatte selber sehr großen Spaß dabei, mit ihm diese Bücher zu lesen und selbst auch immer mehr zu erfahren.

Wir hatten eine wundervolle Zeit. Voller Spaß, Neugier und mit strahlenden Augen bei Julian.

Doch mit dem Eintritt in die 4. Klasse veränderte sich bei Julian sehr viel. Dinge, für die er sich vorher interessierte, waren plötzlich mega doof und es gab immer mehr Ärger in der Schule. Wir hatten es auf die Pubertät zurückgeführt und ihn weiter liebevoll und voller Verständnis begleitet.

Da seine Noten anfangs so waren, dass es nach der 4. Klasse auf das Gymnasium hätte wechseln können, fingen wir an, uns Schulen anzugucken. Besser gesagt, ich habe geguckt, ihm einen Vorschlag gemacht und Julian hatte immer mit "Nein" geantwortet.

"Er wolle schließlich kein doofer Streber sein und außerdem mit seinen Freunden zusammen bleiben..!"
Interessanterweise hatte er mich irgendwann mal danach gefragt, welchen  Notendurchschnitt man braucht, um auf das Gymnasium zu wechseln.
Julian konnte letztendlich nicht auf das Gymnasium wechseln, weil sein Durchschnitt nicht mehr ausreichte.

Sollte er doch mit  seinen Freunden in der Grundschule bleiben.

 

Wohl war mit nicht, dabei denn ich fühlte, dass dies Julian nicht gut tat. Mit dem Wunsch bei seinen Freunden bleiben zu dürfen und mit den Vorwürfen der Familie und von Bekannten im Nacken: " Immer brauchst Du etwas besonderes für Deinen Julian..!", habe ich mich geschlagen gegeben und ließ es zu, dass er weitere 2 Jahre in der Grundschule blieb..

Das tat ihm aber absolut nicht gut, denn sein Verhalten spiegelten die Langeweile und seine Noten gingen den Bach runter.
Nicht, dass es mir wichtig war, dass Julian ein Einser-Kandidat war, ich habe nur sein unglücklich sein gefühlt. Sein Kampf mit den Lehrern und das abgestempelt sein, ein unmögliches Kind zu sein- In den Augen der Lehrer, aber auch zum Teil meiner Familie und Freundeskreis.

Das Allerschlimmste für mich war, dass Julian sich immer mehr zurückzog. Er verlor seine natürlich Neugier und von Außen betrachtet, interessierte ihn gar nichts mehr. Er hatte in dieser Zeit viel Streit mit sich und seiner Umwelt . Alles war blöd und jeder war doof!

Zu Hause jedoch ging er mit seinem jüngeren Bruder sehr sensibel und liebevoll.um. Sie saßen viel zusammen, lasen Zeitschriften oder spielten Computerspiele.Beide waren viel füreinander da und haben sich gegenseitig bestärkt. Sie hatten zum Beispiel die Playmobil Ritterburg aufgebaut und konnten stundenlang damit spielen. Oder, da wir damals einen großen Hauskeller hatten, konnte Julian seinen Hobby, Herr der Ringe Figuren an zu malen und für die Figuren große Platten mit Landschaften zu kreieren, nachgehen.. 

Julian hatte zu Hause immer was zu tun und konnte sich stundenlang mit etwas beschäftigen und so lange rumtüfteln, bis es perfekt war. Er bezog immer Joel mit ein und es war für mich schön zu sehen, dass Julian in der richtigen Umgebung  immer noch neugierig war und viele Interessen hatte, Nur nicht mehr in der Schule. Das war für ihn nur noch ein durch kommen und die Zeit absitzen , um dann aber nach der Schule machen zu können, was er wollte.
Das war Julians Strategie die Schule gut, gesund und sicher hinter sich zu bringen.

Es hat nun ungefähr 12 Jahre gedauert, bis Julian mir von seinem Leid erzählt hat. Er erzählte mir, das es für ihn eine regelreche Qual war, in die Schule zu gehen. Die Lehrer haben ihn immer gebremst.. Entweder er kam mit Themen an, die später oder gar erst im nächstem Schuljahr dran kamen, oder noch schlimmer, es wurde als totaler Quatsch bewertet, für welche Themen er sich interessierte..So etwas sah der Lehrplan nicht vor.

Julian wurde das Gefühl vermittelt, er sei dumm und überhaupt nicht richtig hier.Deswegen konnte er damals seine Hochbegabung und Hochsensibilität nicht akzeptieren. Er fühlte sich immer mehr bestätigt, dass er dumm sei, daher kam für ihn eine Hochbegabung nicht in Frage.Außerdem war es ja auch uncool mehr Dinge, als die Anderen zu wissen.Streber waren looser und uncool. Dazu wollte er nicht gehören. Wenigstens in der Klasse nicht mehr auffallen, sich dümmer zu stellen, als man ist, ist ungefährlicher und gibt dem Lehrer und den Mitschülern keine Angriffsfläche. Julian passte sich in der Schule an.

Heute setzt er sich mit seiner Hochbegabung und Hochsensibilität auseinander. Er hatte sich das eine oder andere Buch zu diese Thematik gekauft und war sehr überrascht, was da so stand. Er war so überrascht, dass er mir eine Seite aus dem Buch abfotografierte und mir schickte. MIt der Bemerkung:
"Guck, mal Mama! Das ist ja wie bei mir.Mir kommt es so vor, als ob im Buch über über mich geschrieben wurde".

Ich freue mich wirklich sehr, dass Julian sich mit mit seiner Begabung auseinander setzt und immer mehr zu sich selbst findet.

Es grüßt euch eure

Clarissa

 

Eine Skulptur von Julian, eine der Formen, durch die er heute seine Gedanken ausdrückt.