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Clarissa Marchesan

 

Warum beziehe ich immer alles auf mich?

Kommunikationsfallen zwischen HB und NB

Es fühlt sich jedes mal fast  wie abgesprochen an.Ich unterhalte mich mit einem Freund, Familienmitglied oder Arbeitskollegen.

Erst ist soweit alles in Ordnung.
Doch dann kommt eine kleine Bemerkung,eine Frage,die sich wie ein Vorwurf für mich anhört.

Was ist das?
Warum beziehe ich immer alles auf mich und denke ich habe schuld und versuche mich zu erklären?

 

 

 

Ich habe mir lange Gedanken darüber gemacht, warum ich immer alles auf mich beziehe, wenn mein Gegenüber mir was sagen möchte. 

Ich weiß ja, dass mein Gegenüber meistens normalbegabt ist. Vom Denken her eher linear. Ein Gedanke wird gedacht, dieser wird artikuliertt und erst dann hat der nächste Gedanke Platz und kann dann wieder artikuliert werden. Es klingt dann oft für mich, wie ein Vorwurf. Ich habe das Gefühl, ich hätte etwas falsch gemacht und muss mich erklären, oder gehe in die Verteidigung, oder wenn es mich ganz schlimm trifft, dann ziehe ich mich zurück.

Warum verletzt es mich oft so arg, dass in mir quasi eine kleine Welt zusammen bricht? Es ist für mich wie das Erschüttern meines gesamten Systems.

Ich habe  mit vielen Freunden über diese Thematik gesprochen, warum mir bzw. auch anderen Hochbegabten so etwas passiert??

Mir scheint, dass wir ständig unter verbalen Beschuss stehen.

Manche normalbegabte Freunde meinten, dass ich zu sensibel sei und deshalb immer alles auf mich beziehe.

Andere Normalbegabte wiederum meinten, dass sei nur meine Wahrnehmung. Ich sollte mal gucken, wo ich stehe.
Eventuell wäre es auch das Karma, welches sich in diesem zeigt und verarbeitet werden möchte.

Ich habe mir die Meinungen meiner normalbegabten Freunde angehört und bin dann anschließend  noch mehr ins Grübeln gekommen. Es waren für mich keine stimmigen Lösungen dabei. Klar, hat jede Meinung ihre Berechtigung und dadurch, dass ich die Menschen schätze und respektiere, habe ich mir diese  angeguckt und mir Gedanken gemacht.

Fakt ist, dass mir etwas gesagt wird. Ich versuche das Gesagte  in meiner Gefühlswelt zu ordnen und für mich zu interpretieren: Ich nehme meinen Gegenüber so für voll, dass ich immer im Kopf habe, dass er/sie genauso komplex denkt und fühlt, wie ich. Da liegt für mich der Konflikt verborgen

Im Grunde genommen gibt es gar keine Kommiunikationsfallen oder das sogenannte Mobbing. Es sind von mir die aus den Gesagten  meine eigenen Interpretationen, die daraus entstehen. Wenn ich weiß, was in der Kommunikation mit Normalbegabten im  Miteinander passiert, kann mich das nicht mehr erschüttern. Nicht mehr aus der Bahn werfen. Der Unterschied liegt in der Denkstruktur.

Übrigens meine hochbegabten Freundinnen und Freunde bestätigten mir, dass es ihnen ganz ähnlich ergeht

Ein Hochbegabter denkt in  90 Prozent in Gefühlen und 10 Prozent rational.Das heißt, meine Gedanken werden mit Gefühlen verknüpft. Wenn ich denke, rufe ich meine Gedanken in Gefühlen auf. Jeder Gedanke, das Denken insgesamt ist mit komplexen Gefühlen verbunden und verknüpft. Das hat zur Folge, dass ich zu einer Frage,.zu einem Gedanken unzähligen Gefühlen denke.

Dieses Gefühlsdenken deckt sich nicht mit dem Denken der normalbegabten Menschen. auch wenn sie zu den 15-20 % Sensiblen gehören.

Wenn zum Beispiel die Frage im Raum gestellt wird: "Warum ist denn schon wieder der Kaffee leer, was machst du denn damit?", dann ist es für normalbegabte Menschen ein Gedanke, den sie aussprechen, der gerade im Kopf ist und raus muss. Da steckt keine Absicht, mir einen Vorwurf zumachen, dass der Kaffeebehälter leer sei.

In mir geht sofort der GedankenGefühls-Pool auf: Was meint er das jetzt? Ich habe doch nur 2 mal für mich Kaffee gemacht? Dann werden Dinge, wie Stimmt, ich habe gar nicht darauf geachtet, dass wieder neuer Kaffee in die Dose gepackt wird. Ich habe es nicht gleich wieder aufgefüllt und und und.... aufgerufen.

Schon habe ich es als Vorwurf auf mich bezogen.

Je nach Thema und Lebensbereichen, wie zum Beispiel Beziehung zu einem Partner, auf der Arbeit  oder mit Familie und Freunden. Ich war lange durch meine Sozialisierung gefangen und kam da nicht raus. Ich hatte es gelernt, `lieb`zu sein und mich anzupassen. Ich bin schuld, wenn was fehlt, was kaputt geht, oder eine komische Stimmung im Raum herrscht.

Seit ich mich mit diesem Thema intensiv auseinander gesetzt habe und mir genau angeschaut habe, was da eigentlich passiert, habe ich für mich entdeckt, dass es sehr große Mißverständnisse sind, die dort stattfinden.

Ich kann sie Jetzt für mich auflösen und darüber lachen.

Diese Erkenntnisse begleiten mich eine ganze Weile. Mein Leben ist seitdem viel fröhlicher und entspannter.

Ich freue mich sehr, dass ich meine Erkenntnisse und Erfahrungen mit Euch teilen kann

Eure

Clarissa

 

Über die Autorin:

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Die Bühne des Lebens selber gestalten!
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