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Clarissa Marchesan

 

Wie erleben hochsensible Hochbegabte Menschen Musik?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder generell, total viel Spaß beim Singen, Tanzen und Fingerspielen haben. Das Musizieren liegt prinzipiell im Blute des Menschen.In meiner Erzieherausbildung musste ich eine Jahresarbeit schreiben. Ich wählte das Thema: Musikalische Früherziehung. Ich stolperte bei der Recherche über eine Aussage, die mich stark beeindruckt hat und bis heute mein Leben begleitet.

" Es gibt keine unmusilakischen Menschen. Musik ist im Menschen angelegt..Unmusikalisch wird man gemacht.."  Als Kind wurde ich oft von Freunden und von meiner Familie  geärgert  Der Standartspruch war: " Wenn du gerne singst, dann lerne es doch auch bitte!" Es hatte mich jedesmal zutiefst gekrängt. Ich habe dann wirklich geglaubt ich kann nicht gut singen, oder gar ein Musikinstrument spielen.

ich wurde in dieser Hinsicht sehr verunsichert worden und habe tätsächlich nicht mehr gesungen.Ich wollte niemanden mit meiner kläglichen Singstimme beläatigen. Außerdem versetzte es immer einen kleinen, bis mittle großen Stich in meiner Brust, wenn man zu mir solche Dinge sagte. Bis ich später  eines Tages von einer Frau in meiner katholischen Gemeinde gefragt wurde, ob ich nicht Lust hätte bei einem Theaterstück  " Zum weissen Rössl" mit zu spielen. Das verwunderte mich sehr, denn ich hatte nie geglaubt, gut genug singen zu können  und dann wurde ich gefragt, ob ich mitspielen möchte.Ich war erstaunt und geschmeichelt zugleich. Ich sollte einer der Hauptrollen spielen, dass  konnte anfangs nicht glauben, bis ich das Manuskkript in meinen Händen hielt und tatsächlich meinen Namen las.

Das Theaterstück kam super an und ich habe zum ersten Mal meine Stimme wieder neu entdeckt. Von da an habe ich wieder  viel gesungen und fing wieder neuen Mut  Gitarre spielen zu lernen.

Für mich ist das Singen, Tanzen und Musizieren mehr, als nur aneinander gesetzte Töne. Ich fühle die Töne, ich sehe die Töne und ich bin mitten in ihnen. Ich habe in mir ganz viele Lieder aus ganz unterschiedlichen Musikbereichen. Je nach Stimmung  kommt eine Melodie in meinen Kopf. Selbst .bei einem bestimmten Wort spielt ein Lied dazu passend in meinen Kopf ab. Ich habe sofort den Text, die Melodie des jeweiligen Liedes.präsent und kann es sofort singen.Interessanterweise machen sich auch Gefühle bemerkbar. Sie sind immer dabei. Ich kann solch eine Situation nicht steuern.

Für mich war es damals sehr wichtig, wenn ich mit Kindern Musik mache, dass der Spaßfaktor an erster Stelle steht. Denn mit Freude was Neues Lernen, was Neues entdecken hat nach meinen Erfahrungen einen schnelleren und längeren Behalteffekt, als Dinge im Druck und mit drill zu lernen.

Genauso ist es meines erachtens nicht förderlich, wenn Pädagogen, Lehrer, Erzieher bestimmen, was die Kinder , wie erleben müssen. wie bei mir im Beispiel mit der Schule. Ich war da in der 8. Klasse.  Wir sollten nach einem  Musikstück  malen,das was wir empfinden, was wir sehen. Ich fand es es anfangs ziemlich merkwürdig,denn ich hatte nicht verstanden, was der Lehrer von mir wollte.

Ich guckte nach meiner Freundin. Sie fing an Bilderrahmen zu malen. Okay, dachte ich mir, dann fang ich mal an, was mir so in den Sinn kommt. Ich ließ mich auf die Musik ein und malte los. Ich sah Farben und hatte innerlich wunderschöne Bilder. Ich fühlte mich sehr wohl. Wollte dieses Gefühl malen. Nachdem das Musikstück zu Ende war- die kleine Passage von diesem Stück- sollten wir unsere Bilder vorstellen.

Als ich dran war erzählte ich, wie ich die Musik gefühlt habe. Das es mich weg getragen hat und ich die Welt von oben sah. Ich malte das Chaos der Welt, die Tiere, die in Freiheit leben wollen und Menschen mit grossen Herzen an der  Brust. Ich fand es toll und war sehr von meinem Bild und Gefühlen begeistert. Der Lehrer sagte nur: Aha, gut!? Hast du denn nicht gehört, wie die Aufgabenstellung war? Die Kinder in meiner Klasse lachten. Meine Freundin erzählte dann welche Musikstück wir gerade gehört haben und erzählte über die einzelnen Stationen dieser Bilderausstellung.

Da saß ich nun mit meinen Bild und fühlte mich ziemlich dumm- Jetzt, wo ich gerade darüber schreibe, bin ich mitten in dieser Situation und habe alles präasent, was früher in diesem Raum war-Ich fühlte mich gedehmütigt und sehr traurig. Nach diesem Unterricht schmiß ich mein Bild in den Mülleimer und war sehr wütend mit mir.Es war zum Heulen. Immer verstehe ich diese Welt nicht.

Als mein Sohn Julian mich um die Piratenmusik bat und er mir erklärte, was für ihn diese Musik bedeutet und was er da sieht und fühlt, erinnerte ich mich an der Situation im Musikunterricht.in der Schule. Ich fand es toll, dass Julian diese, für mich natürliche Gefühlswelt in sie leben möchte. Für mich war es wichtig, dass ihm das lasse und nicht, wie ich korregiert wurde.

Es war mir immer wichtig, wenn ich mit Kindern singe, dass jeder sich nach seinem Gefühl bewegt, singt, im Rhythmus tanzt und klatscht. Auch kann ich es zulassen, wenn Kinder, wie der kleine Junge während des Morgenkreises ausserhalb des Kreises, bei uns in der Nähe liegt. Die Situation beobachtet und  ganz nah bei uns und mit macht. Man könnte schon meinen, dass das doch kein angemessenes Verhalten ist. Das entspricht nicht den Vorstellungen der normüberfüllten Welt. Diie Kinder und ich fühlen uns sehr verbunden und stören uns nicht an diesen äußeren Gegebenheiten. Wir geniessen den Moment und den Raum des lassens, des zulassens.

Ich denke, dass das für Kinder ein wichtiger und notwendiger Aspekt in ihrer Entwicklung ist. Gerade hochsensible hochbegabte Kinder benötigen diesen Raum. Dann können sie sicher und Selbstbewusst ihren Weg voran schreiten.

Eure

Clarissa

 

 

 

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