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Tamara Heuser

Bewusst Sein - kann jeder!

Wie werde ich denn bewusst?

Immer wieder werde ich gefragt, wie wir es schaffen können, auch im Alltag bewusst zu sein? Wie können wir bei uns sein, wenn doch stets so viele unterschiedliche Anforderungen an uns gestellt werden? Bewusstseinsmethoden und andere Konzepte seien doch viel zu anstrengend und zeitintensiv!

Wenn Klienten mit mir im Gespräch sind, wird ihnen vieles bewusst und sie erkennen auch die Gedanken hinter ihren Gefühlen und Handlungen. Zurück in ihrem Alltagsgeschehen, zwischen Job, Kind und Partnerschaft – fehlt ihnen dann oft wieder diese Klarheit. Sie wissen häufig nicht, wie sie sich in einer bestimmten Situation verhalten sollen und fangen an, sich selbst in Frage zu stellen. Damit beginnt die Abwärtsspirale der schlechten Gefühle.

Bewusstsein als Schulfach

Dabei sind alle Informationen in jedem Moment vorhanden, sie wollen nur beachtet werden. Dazu benötigen wir das „ruhige Bewusstsein“. Bisher gab es noch kein Schulfach, indem wir lernten, wie wir einen Zugang zu unserer inneren Stimme aufbauen konnten. Wir sind zwar in der Lage, klar zu formulieren was wir denken und fühlen, aber oft empfinden wir nichts dabei und bleiben in unserem Kopf. Oft haben wir dann jedoch Zweifel, ob wir dem Verstand einfach folgen sollten, oder ob es da nicht doch noch so etwas wie eine „innere Weisheit“ gibt, die auch mit einbezogen werden sollte?

Sie brauchen keine Kenntnisse aus der Quantenheilung oder Quantenphysik

Es gibt eine ausgezeichnete Methode, mit unseren inneren Vorgängen wieder in Kontakt zu treten. Hierzu brauchen wir keine Kenntnisse aus der Quantenheilung und wir müssen auch nicht unbedingt Meditationserfahrungen haben, uns vegan ernähren oder mit sonstigen spirituellen Praktiken vertraut sein. Oft stehen uns gerade gut gemeinte Regeln unserer  „reinen Wahrnehmung“ völlig  im Wege. Je stärker wir uns jedoch unser „Nicht-Wissen“ erlauben, je einfacher öffnet sich der Zugang zu einer völlig neuen Innenwelt – zu uns selbst.

Lautes Aussprechen unserer eigenen Empfindungen

Es gibt einen viel einfacheren Weg unsere „destruktiven Gedankengänge“ zu beenden und bewusst gegenwärtig zu sein. Einfach durch „lautes Aussprechen“ unseres momentanen Empfindens. Am besten bleiben wir für alles offen, was sich gerade zeigen will. Es können Körperempfindungen, Gedanken oder auch Gefühle sein, je nachdem wozu wir anfangs den besseren Zugriff erhalten. Durch gezielte, laut ausgesprochene Fragen können wir mit dem jeweiligen Bereich in Kontakt treten, und klare Antworten erhalten:

  • „Was geht denn gerade in meinem Körper vor?“ (Starkes Herzklopfen, Magendrücken, Schulterverspannungen, etc.)
  • „Welche Gefühle habe ich jetzt in diesem Moment?“ (Trauer, Wut, Angst, Schuld- oder Schamgefühle, etc.)
  • „Welche Gedanken gehen mir gerade durch den Kopf?“ (z.B. „Ich möchte am liebsten nicht dort hingehen, es macht alles keinen Sinn, ich sollte schon viel weiter sein, warum ist das alles so dumm gelaufen…?“)

Meistens werden wir dann schon ruhiger und nehmen nur wahr, dass wir gerade nur wahrnehmen. Diese „Übung des reinen Beobachtens“ kann Gefühle hervortreten lassen, auf die wir ohne diese hilfreichen Fragen nie gekommen wären. Auch kann es sein, dass einige Probleme plötzlich in einem ganz neuen, sogar positiveren Zusammenhang gesehen werden.

Klarheit im Denken und Fühlen

Gerade durch das anfangs „laute Sprechen“ bekommen wir einen ganz neuen Bezug zu unserer belastenden Situation. Das ist so ähnlich, als würden wir uns einem guten Freund anvertrauen. Denken wir still vor uns hin, können endlose Gedankenschleifen entstehen, sobald wir die Dinge laut aussprechen, finden wir Klarheit im Denken und damit auch im Fühlen. „Wir reden uns alles laut von der Seele“, indem wir jetzt gerade selbst unser bester Freund sind.

Mit ein wenig Übung sind wir dann nach einer Weile auch in der Lage, ohne lautes Sprechen, bewussten Kontakt mit unseren inneren Vorgängen aufzunehmen. Wir lernen alles zuzulassen, was wir im „gegenwärtigen Erleben“ wahrnehmen, ohne Interpretation und ohne Bewertung. Dies würde uns sonst nur wieder in alte Denkprozesse zurückfallen lassen, die nichts zur Problemlösung beitragen können.

Durch Bewusstwerdung verborgene Muster erkennen

Diese Übung wird noch erweitert, indem wir unsere Aufmerksamkeit nicht nur nach innen zu uns selbst, sondern zusätzlich auch auf die Außenwelt lenken. Dadurch können wir erkennen, durch welche Sinneseindrücke wir bestimmte Körperempfindungen, Gefühle, oder Gedanken wahrnehmen. Diese Bewusstwerdung kann helfen, komplexe Muster zu erkennen. Plötzlich wissen wir, welche Gedanken bei uns ein bestimmtes Gefühl der Hilflosigkeit auslösen, wie wir uns dabei fühlen und welche Handlungsschritte dadurch normalerweise ausgelöst werden. Beispielsweise erkennen wir, dass wir gewöhnlich bei einem Streit einfach aus dem Zimmer laufen und uns zurückzuziehen, ohne überhaupt versucht zu haben, unseren eigenen Standpunkt mitzuteilen.

Automatismen ausschalten

Allein diese „Bewusstheit“ kann schon einen kathartischen Effekt haben und unsere automatisch ablaufenden Verhaltensmuster unterbrechen. Sie verlieren ihre  „negative Macht“ im jetzigen Moment, und damit auch für die Zukunft. Durch diese „bewusste Erkenntnis“ können wir eine positivere Zukunft gestalten, was nicht möglich wäre, wenn wir an gestrigen Emotionen und Verhaltensweisen festhalten würden.

Gleiches gilt für belastende Emotionen. Wenn wir die Wut und Angst einfach mal ohne Bewertung zulassen können, und sie lediglich als ein Phänomen in unserer Psyche akzeptieren, müssen wir nicht länger gegen sie ankämpfen. Der Druck wird herausgenommen, sie verlieren ihre Bedeutung und lösen sich bestenfalls ganz von alleine auf.

Bewusst im Hier und Jetzt sein

Die Konzentration auf das „gegenwärtige Erleben“ kann also dazu führen, dass bisherige Abwehrmechanismen reduziert werden, und anschließende Verhaltensänderungen fast automatisch entstehen. Wer bei diesem Prozess langfristig Erfolg haben möchte, muss die innere Haltung entwickeln, dem eigenen „inneren Erleben“ wertfrei und akzeptierend gegenüber stehen zu wollen. Dies ist nicht immer leicht, besteht unser Alltagsleben doch aus ständigen Bewertungen und Verurteilungen.

Die Rolle des Beobachters

Wir brauchen die richtige Distanz zum eigenen Erleben. Wir dürfen nicht zu distanziert sein, da wir uns dann unseren Gefühlen in den Weg stellen – aber auch nicht zu stark involviert sein, sonst können wir nicht mehr auf die Besonderheiten achten, die möglicherweise zu Veränderungen führen könnten.

Den Bewusstseinsstrom zulassen

Gelingt es uns, eine angemessene Distanz einzunehmen und Empfindungen vorurteilsfrei zuzulassen, haben wir die Chance, uns mit unserem „persönlichem Bewusstseinszentrum“ zu verbinden. Alles ist gut, wie es sich zeigt, die Empfindungen dürfen frei „fließen“. Nichts kann uns in diesem Moment aus der Balance bringen. Wir sind dann selbst zu einem sicheren Ort geworden. Wir sehen und bemerken alles, müssen aber nicht eingreifen oder agieren. Dieser Zustand des „inneren Erlebens“ hat immer eine gewisse Leichtigkeit und innere Freiheit zur Folge. Wir lernen immer mehr unsere begrenzte Wahrnehmung, durch ständige Bewertungen und Verurteilungen, in unserem Alltagsbewusstsein aufzuheben.

Beobachten kann auch Spaß machen

Der Spaß beginnt, wenn wir merken, dass wir durch dieses Bewusstsein lernen, unsere eigenen „Antennen“ auszufahren und feiner darauf zu achten, was vorher unbewusst war. Dieses „ruhige Bewusstsein“ bringt uns Klarheit zurück und die Gewissheit, dass wir gar nichts falsch machen können, wenn wir uns selbst vertrauen.

Die Wahrnehmung ist stets neutral, es gibt keine Wünsche, Illusionen oder falsche Einsichten. Die Realität wird nicht mehr verzerrt gesehen, der Blick ist frei und klar auf Entscheidungen gerichtet, die sich an den realen Gegebenheiten orientieren – aber immer in Abstimmung mit unserem eigenen Wohl. Da ist dann kein Platz mehr fürs „Verbiegen“ und für halbherzige Notlösungen.

Wir sind weniger manipulierbar

Wir erkennen plötzlich, wie die Innen- und Außenwelt miteinander zusammen hängen. Niemand kann uns dann noch ein Gefühl „machen“. Von außen können nur „Einladungen“ kommen, doch wir haben die Freiheit, uns für eine bestimmte Wirklichkeit - und damit Reaktion zu entscheiden. Wir erkennen, dass das Unsichtbare eben auch wesentlich ist. Wie unsere Gedanken - wir können sie nicht sehen und doch sind sie Teil von uns.

Wir machen uns nicht mehr selbst zum Teil des Problems

Unsicherheiten und Ängste die in uns hinein konditioniert wurden, können wir auflösen. Aus der „Beobachterrolle“ lernen wir, dass wir nicht Teil des Problems sein müssen, um es zu lösen. Wir haben den nötigen Abstand und sind nicht mehr identifiziert mit dem Problem. So kann beispielsweise ein cholerischer Chef als das erkannt werden, was er gerade ist. Nämlich wütend und hilflos – mit mir als Person hat das nichts zu tun. Es sei denn, ich möchte zum Teil „seines“ Problems werden. Dann bin ich in Gedanken sofort wieder in den Angelegenheiten eines anderen – und nicht mehr bei mir.

Vorteile des Bewussten Seins

Unser Zeitempfinden bekommt eine neue Qualität. Wir haben gefühlt „mehr Zeit“ für die uns wichtigen Dinge. Die „Grübel-Zeit“ entfällt und wir kommen schneller in die Handlung. Entscheidungen werden nicht „kopflastig“ getroffen, sondern verbinden Herz und Verstand. Unsere Kommunikation mit anderen erfährt eine neue Tiefe. Wir spüren uns im JETZT, nehmen alles wahr und sind damit ein wohltuender Gesprächspartner.

Wir haben alle feine Antennen und merken sofort, ob jemand während einer Unterhaltung präsent, oder gedanklich schon bei einem ganz anderen Thema ist. Wir können uns nur klar und kraftvoll ausdrücken, und gleichzeitig ein Gespür für unseren Gegenüber haben, wenn wir uns selbst in diesem Moment bewusst spüren. Mit ehrlichen Gesprächen und Beziehungen wird das Leben automatisch facettenreicher. Wir erleben mehr Vitalität, Freude und Leichtigkeit. Projekte, Wünsche und Vorstellungen können spielerischer umgesetzt werden.

Es gibt keinen Schritt zurück

Wenn wir einmal die Erfahrung gemacht haben, dass wir Teil dieses „Bewusstseinsfeldes“ sind, können wir gar nicht mehr „nicht bewusst“ sein, ohne es sofort zu bemerken. Wir erhalten nicht nur effizientere Lösungen, sondern bringen auch automatisch eine positive Persönlichkeitsentwicklung in Gang. Wir werden freier und selbstbestimmter, weil wir jetzt wissen, was für uns stimmig ist.

Bewusstsein ist dann kein Mantel mehr, den wir uns mal eben über die Schulter legen und nach Belieben wieder draußen an der Garderobe abgeben. Unser Bewusstsein ist bei uns. Wir können lernen, es ständig zu spüren. Wir nehmen es überall mit hin. Zuhause zu den Kindern, ins Büro, zum Sport, in die Partnerschaft, ja – selbst der (unangenehme) Hausputz kann dadurch eine neue Qualität erhalten.

Bewusst Sein kann eben jeder- wenn wir uns dessen bewusst sind.

http://www.tamara-heuser.de/blog/

 

 

Über die Autorin:

Mein Motto:
Wenn Dich etwas plagt, erzwinge keine Lösung!
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