Deine Meinung ist uns wichtig! – hinterlasse uns gerne deine Rückmeldung zur Sendung.Clarissa Marchesan Interview mit Emilia und Lion
Wie sehen hochsensible hochbegabte Kinder ihre Begabung?
Interview mit Emilia und Lion
Es ist immer wieder erstaunlich, was und auch wie Erwachsene Hochsensibilität und Hochbegabung definieren, bewerten und kategorisieren. Kinder und Jugendliche wollen keine Bewertungen oder in Schubladen gesteckt werden. Was heißt es denn, wenn man den Stempel hochbegabt bekommt und die Welt, die Mitmenschen damit nicht bzw. oft nicht gut mit umgehen können? Wie soll ich mit meiner Begabung umgehen, damit klarkommen, wenn ich von außen nicht erkannt, gesehen und gefördert werde?
In meiner Praxis oder zu den ElternKind Treffen sind oft Eltern verzweifelt, dass ihre Kinder nicht in den Einrichtungen gesehen und dementsprechend missverstanden werden. Da bedarf es einen langen Atem der Geduld, sich mit denen tagtäglich auseinandersetzen zu dürfen.
Ich bekräftige die Eltern in dem Sinne, dass sie ganz bei ihren Kindern bleiben mögen und sich nicht beirren lassen sollen. Denn wer, wenn nicht sie, kann ihre Kinder verstehen, sehen und lieben?
In diesem Interview geht es um zwei Schulkinder. Meine Nichte und mein Neffe - beide hochsensibel hochbegabt. Sie berichten davon, wann sie für sich herausgefunden haben, dass sie „anders“ sind. Wie ihre Umwelt darauf reagiert hatte und was vielleicht hätte evtl. anders verlaufen können.
Lion hätte gerne gehabt, dass man ihn mehr gefördert hätte. Zwar hat man bei ihm eine Leserechtschreibschwäche diagnostiziert, doch auf seiner Hochbegabung ging in der Schule kaum einer ein. Er eckte viel an, galt bei den meisten Lehrern als unkonzentrierter Schüler und als gewalttätig. Lion fühlte sich oft missverstanden und nicht gesehen. Das machte ihn dann sehr wütend und der Schulalltag war somit für Lion gelaufen. Er war dennoch ein beliebtes Kind und hatte seine Freunde, mit denen er sich dann auch außerhalb der Schule traf.
Emilia „rutschte“ sehr gut durch ihre Schulkarriere. Sie fiel den Lehrern nie als unangenehm auf. Sie hatte so gut wie nie Probleme in ihrer Schullaufbahn. Dennoch war es für sie oftmals sehr anstrengend, was das Miteinander in der Gemeinschaft betraf. Das stresste und strengte sie oft an und so zog sie sich gerne mal zurück.
Zum Glück haben Emilia und Lion in ihrer Mutter einen Menschen, der immer an ihrer Seite war und für beide einsprang. Melanie durfte sich viele Sachen von den Lehrern z. B. über Lion anhören. Sie war aber immer bei Lion und versuchte den Lehrern zu vermitteln, dass sie ja auch Recht haben, aber dennoch nicht vergessen dürfen, dass Lion ein sehr begabtes Kind ist und sie doch bitte ihre Stimmung und ihre Meinung zur absoluten Beurteilung über Lion nicht abwälzen und abtun sollen, sondern auch selber daran arbeiten mögen, dass das Verhältnis zwischen ihnen besser wird - Auszug aus einem Coach Gespräch mit der Mutter…-
Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig, dass sich Eltern nicht von außen beirren lassen und ganz bei ihren Kindern bleiben. Natürlich sollte das eine oder andere Gespräch mit den Lehrern, Erziehern oder Pädagogen geführt werden, denn eine richtige zufriedene Kommunikation ist für alle Beteiligten gut und kann zu weiteren positiven Schritte des Kindes führen.
Aus zufriedenen, glücklichen und selbstbewussten Kindern werden später einmal selbstbestimmte, lösungsorientierte Erwachsene, die ihre Zukunft in die Hand nehmen, leben und lieben werden.



