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Katrin Wilcke

 

ElternTalk – Dialogausschnitt

Hochsensible & hochbegabte Kinder in Patchwork- und Mehrgenerationenhaushalten

7 Elternteile - es wurde sich geeinigt, dass Vornamen genannt werden dürfen.

Katrin Wilcke:

„Danke, dass ihr heute hier seid. Viele Eltern kommen mit dem Gefühl: Ich müsste das doch eigentlich können.

Dieser Raum ist kein Ort für müssen.“

Clarissa Marchesan:

„Vielleicht sitzen hier heute Eltern, die müde sind. Oder verunsichert. Oder innerlich zerrissen zwischen den Bedürfnissen mehrerer Kinder, Partner oder Generationen.“

Katrin:

„Alles davon darf heute da sein.“

Wenn mein Kind anders reagiert als erwartet

Clarissa:

„Wer mag, darf beginnen: Was macht euer Kind, das euch herausfordert – oder auch traurig macht?“

Elternstimmen (nacheinander, frei)

Manuela:

„Mein Kind weint wegen Dingen, die andere Kinder einfach wegstecken.“

Simone:

„Meines denkt so viel, dass es sich selbst im Weg steht.“

Jana:

„Ich höre ständig: Warum kann mein Kind nicht einfach normal sein?“

Marcus:

„Manchmal habe ich Angst, dass ich etwas falsch mache.“

Einordnung der Coaches

Katrin:

„Viele hochsensible oder hochbegabte Kinder haben kein ‚dickes Fell‘ – sondern ein sehr feines Nervensystem.“

Clarissa:

„Das bedeutet: Sie reagieren nicht zu stark – sondern zu früh. Ihr Körper schlägt schneller Alarm.“

Katrin:

„Und das ist keine Erziehungsfrage, sondern Biologie plus Beziehung.“

 

 

Patchwork: Wenn Kinder zwischen Welten stehen

Clarissa:

„Patchwork bedeutet oft: mehrere Regeln, mehrere Stimmungen, mehrere Loyalitäten.“

Elternstimmen

Petra:

„Mein Kind sagt bei mir kaum etwas – und bei seinem anderen Elternteil explodiert alles.“

Ayla:

„Ich habe das Gefühl, mein Kind passt sich ständig an.“

Ramona (Stiefelternteil):

„Ich frage mich oft: Darf ich überhaupt erziehen? Oder störe ich?“

Erklärung der Coaches

Katrin:

„Kinder in Patchwork-Systemen sind häufig emotional hochkompetent – aber auf Kosten ihrer eigenen Entlastung.“

Clarissa:

„Viele übernehmen innerlich die Aufgabe: Ich darf niemanden enttäuschen.“

Katrin:

„Hochsensible Kinder spüren sehr genau, was sie besser nicht zeigen. Wir möchten euch dazu gerne eine kurze Übung an die Hand geben.“

Übung – neue Sätze für Erwachsene

Katrin:

„Vielleicht probiert ihr innerlich oder laut einen dieser Sätze:“

• „Du darfst dich bei mir zeigen – egal, wo du bist.“

• „Du musst dich nicht entscheiden.“

• „Ich halte das aus.“

 

 

Die oft übersehenen Geschwister

Clarissa:

„Wer mehrere Kinder hat, kennt das Gefühl, ständig jemanden zu kurz kommen zu lassen.“

Elternstimmen

Simone:

„Mein unauffälliges Kind meldet sich nie.“

Marcus:

„Ich sehe oft erst abends, dass ich kaum mit ihm gesprochen habe.“

Manuela:

„Ich denke manchmal: Wen übersehe ich gerade?“

 

Erklärung der Coaches

Katrin:

„Unauffällige Kinder lernen früh: Ich mache keine Umstände.

Das ist eine Stärke – aber auch ein Risiko.“

Clarissa:

„Sie brauchen nicht mehr Aufmerksamkeit – sondern bewusste Beziehungsmomente.“

 

 

Mehrgenerationenhaushalt & alte Prägungen

Katrin:

„Wenn mehrere Generationen zusammenleben, treffen oft unterschiedliche Kindheitsbilder aufeinander. Es gibt dann die so zu sagenden Eltern- und Großelternsätze.“

Eltern- & Großelternsätze

Ayla:

„Meine Mutter sagt: Das ist doch keine Hochsensibilität.“

Jana:

„Ich höre oft: Früher ging das auch ohne so viel Gerede.“

Petra:

„Ich fühle mich dann wie ein Kind – nicht wie eine Mutter.“

Einordnung

Clarissa:

„Viele Großeltern haben gelernt, Gefühle zu regulieren, indem sie sie wegschieben. Wenn sie heute Sensibilität sehen, kann das eigene alte Verletzungen berühren.“

Katrin:

„Grenzen setzen heißt hier nicht: ablehnen – sondern schützen. Dafür könnt ihr z. B. folgende Haltungssätze nutzen.“

Neue Haltungssätze (Katrin spricht vor)

• „Ich sehe, dass du es gut meinst.“

• „Und ich entscheide das heute anders.“

• „Das ist meine Verantwortung als Elternteil.“

 

 

Co-Regulation im Alltag

Clarissa:

„Kinder regulieren sich nicht allein. Sie leihen sich unser Nervensystem.“

Elternstimmen

Marcus:

„Ich rede oft zu viel, wenn mein Kind schon überfordert ist.“

Manuela:

„Ich werde selbst laut – und schäme mich danach.“

 Erklärung der Coaches

Katrin:

„Im Stresszustand hört das Gehirn keine Argumentemehr. Dann helfen: Präsenz, Stimme, Atmung – keine Erklärungen. Lasst uns hierzu einfach mal diese Übung durchgehen.“

Mini-Übung (alle)

Clarissa:

„Eine Hand auf den Bauch.

Langsam ein – langsam aus. Das allein verändert schon etwas.“

🌼 Abschlussrunde – Integration

Katrin:

„Wenn ihr möchtet: Ein Satz, der euch heute wichtig geworden ist.“

Elternstimmen

• „Mein Kind ist nicht falsch.“

• „Ich darf mich abgrenzen.“

• „Ich bin nicht allein.“

• „Ich muss nicht perfekt sein.“

Abschließender ElternTalk-Impuls

Clarissa (abschließend):

„Hochsensible und hochbegabte Kinder brauchen keine stärkeren Eltern – sondern ehrlichere, regulierte, verbundene Erwachsene.“

Katrin:

„Und Entwicklung beginnt oft genau dort, wo wir aufhören, uns selbst zu verurteilen. Euch allen herzlichen Dank für eure Offenheit. Ich hoffe, dass ihr aus unserem heutigen ElternTalk einiges für euch mitnehmen konntet.“

Clarissa:

Mich hat es ebenfalls sehr gefreut, es war eine tolle Runde mit einer spannenden Thematik. Ihr findet auch hier auf der Plattform der Akademie Tutorium Berlin weitere Beiträge zum Thema Generationen. Gerne bieten wir euch Erstgespräche oder Coachings an, meldet euch gern!