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Besser mit NLP

Negative Erinnerungen verändernWie einfach es ist, Erlebtes neu zu bewerten

Die meisten Menschen erinnern ihre negativen Erlebnisse schneller, als die positiven. Ist ja auch kein Wunder. Wir haben zum Beispiel sehr viel mehr Wörter für die Beschreibung negativer Emotionen, als für positives Erleben. So spiegelt unsere Sprache unser Denken wider. Das muss allerdings nicht so sein. Du kannst relativ einfach die Bewertung Deiner negativen Erlebnisse so verändern, dass sie nützlich und positiv für Dich werden.

icon-negative-zu-positive-erinnerungen Wie das Erinnern funktioniert, kannst Du ganz schnell selbst ausprobieren: Nutze die Stoppuhr Deines Mobiltelefons. Starte die Stoppuhr und erinnere Dich an ein wirklich negatives Erlebnis. Wenn die ersten Erinnerungen auftauchen, drückst Du auf STOP. So, jetzt das gleiche Experiment mit einer positive Erinnerung. Stoppuhr läuft … Du erinnerst Dich an das letzte SEHR gute Erlebnis, erste Bilder tauchen auf – Du drückst auf STOPP.

Was passiert im Gehirn?

Na, wieviel länger hat es gedauert, Dich an das positive Erlebnis zu erinnern? Wenn Du mit „den Augen von NLP“ beginnst, genauer zu analysieren, was da in Deinem Gehirn passiert, wirst Du herausfinden, dass Du vielleicht einer von den Menschen bist, die negative Erinnerungen assoziiert betrachten, während sie die positiven Erinnerungen dissoziiert betrachten. Ich sage: „Selber schuld!“

Wenn Du NLP in Grundzügen beherrscht, weisst Du, dass Du die zu den Erinnerungen gehörenden Gefühle VIEL stärker wahrnimmst, wenn Du sie assoziiert erinnerst. Und das Assoziieren machst Du eben mit den negativen Erinnerungen. Etwas von dem Ärger, der Frustration und den dazugehörigen, negativen Gefühlen sind dann gleich wieder in Dir da. Wenn Du auch auf Deinen internen Dialog achtest: auch der hat sich zum Negativen verändert.

 

Und gerade Dein interner Dialog ist es, der Dich auch weiterhin in diesem Zustand hält: Negativ, assoziiert und schlechte Betonungen beim internen Dialog, das ist das negative Triumvirat. Aber es gibt einen Ausweg: Wenn Du demnächst wieder einmal schlecht drauf bist, probiere es doch einmal mit dieser Strategie zum Verändern der analogen Komponenten Deines internen Dialogs:


Verändere Deinen internen Dialog

Schritt 1:
Finde heraus, WIE Du mit Dir sprichst, wenn es wieder einmal nicht so gut gelaufen ist? Achte auf die Tonalität Deines internen Dialogs. Sprichst Du wütend, aggressiv, seufzend, leidend usw…? Hier ein mögliches Beispiel für den INHALT im Klartext, die Tonalität kannst Du selbst einsetzen, vielleicht (wenn niemand in der Nähe ist), sogar laut: „Meine Fresse, ……….. (dein Name) was bist DU denn für ein Arschloch. Kannst Du denn garnix richtig machen. Immer wieder das Gleiche….usw.“

Schritt 2:
Erinnere Dich einmal daran, wie etwas für Dich richtig toll gelaufen ist. In welchem Ton hast Du dann mit Dir gesprochen. Vielleicht mit solchem Inhalt: „WOW, das ist ja RICHTIG gut gelaufen, ich sag’s ja, WOW so toll…, na ich hab mich ja auch RICHTIG GUT vorbereitet…usw….“.

Schritt 3:
Nimm die Tonalität des tollen Erlebnisses, also, wie Du zu Dir sprichst. Nimm ausschliesslich diese Tonalität und sprich in dieser Tonalität den Inhalt des negativen Erlebnisses. Spürst Du, wie sich Dein Gefühl verändert. Es ist unmöglich, die gleichen Gefühle zu haben, wenn Du die Tonalität veränderst. Dieser kleine Trick öffnet Dir die Türen zu weiteren „Manipulationen“


Verändere den Ablauf eines Ereignisses

Es ist tatsächlich möglich, die Wahrnehmung eines gesamten Ereignisses zu verändern. Auch dazu bedarf es weniger Schritte:

Schritt 1
Erinnere Dich an ein Erlebnis, bei dem Du gewünscht hättest, es wäre anders verlaufen. Beobachte, ob Du es assoziiert wahrnimmst.

Schritt 2
Frage Dich: „Was habe ich aus dem Ereignis gelernt?“ Du kannst aus jeden, auch aus dem negativsten Erlebnis etwas lernen. Dieser Schritt ist sehr wichtig! Je mehr Du gelernt hast, desto besser. Frage Dich auch: „Was wollte ich nicht lernen, das ich hätte lernen können?“ Auch diese Frage ist sehr wichtig. Danach kannst Du zum nächsten Schritt gehen.

Schritt 3:
Dissoziiere Dich und variiere dann auf der Leinwand den Ablauf des Ereignisses so lange, bis Du damit zufrieden bist. Es kann und darf durchaus mehrere Anläufe geben, bis Du in allen Aspekten mit dem Ablauf zufrieden bist.

Schritt 4:
Assoziiere Dich und „durchlebe“ die neue Situation wie durch Deinen eigenen Augen.

Schritt 5:
Future Pacing. Dazu braucht es keine Erläuterungen, folge einfach dem Link.
Auf diese Weise erfüllst Du eines der wichtigen Erkenntnisse im Modell von NLP mit Leben: Wenn Du im Gehirn die Wahrnehmung veränderst, verändert sich auch Deine Realität. So, und jetzt eine Möglichkeit für die „Professionellen“.


Erlebnis verändern – nebenher im Gespräch

Du kannst auch bei Deinem Gegenüber dafür sorgen, dass er/sie seine Ansicht über negatives Erleben verändert. Dazu braucht es einige Vorbereitungen und dann kannst Du nebenher (im Fachjargon: conversational) dafür sorgen, dass sich die Wahrehmung eines Erlebnisses verändert.

Was ist der Trick dabei? Naja, es gehört eben etwas Erfahrung dazu, jemanden nonchalant und quasi nebenbei in einem „normalen“ Gespräch in einen Ressourcenzustand zu führen, der so intensiv ist, daß Du ihn ankern kannst und damit die Bewertung des Erlebnisses veränderst. Ich schlage Dir dazu eine kleine Übung vor.

Erzähle bei Gelegenheit eine Geschichte von Dir, wie Du wirklich glücklich warst. Wenn Dein Gegenüber Dich verstehen will, muss er das, was Du erzählst, in Gedanken (und Gefühlen) nachvollziehen. Wenn Du die Geschichte richtig erzählst, werden diese Erinnerungen und die damit verbundenen Gefühle auch wirklich intensiv sein. Und dann: Ankere dieses Gefühl.


Ein lebensveränderndes Experiment

Nimm Dir einen Moment Zeit und denke darüber nach, wie einfach es quasi nebenher funktioniert, Deinem Gegenüber jedes gewünschte Gefühl „zu installieren“. Vielleicht wirst Du herausfinden, daß viele Menschen diese Technik nutzen, um ihrem Gegenüber schlechte Gefühle zu machen – aus Gedankenlosigkeit.

Erinnere Dich: Den letzten Streit aus Deiner Beziehung, den Du Deiner Freundin erzählst… Die schlechten Erfahrungen des letzten Tages, die Du Deinem Kollegen nahebringst… Der Ärger über den Du Deinem Freund berichtest…

Ach Du hast ja wohl selbst genügend Beispiele, um zu wissen, was ich meine. Da wäre es doch angebracht, einfach einmal die Richtung zu wechseln und einmal für eine gewisse Zeit, oder vielleicht auch für immer, ausschließlich Positives zu erzählen. Oder über das, was Du Dir positiv zurechtgebastelt hast. Dann wären wir wieder bei meinen einleitenden Worten von der gewählten Wirklichkeit und die Welt könnte ein besserer Platz sein. Es ist nämlich so, daß den (positiven) Gedanken auch die (positive) Realität folgt.

Bei den meisten Menschen, die diese Richtungsveränderung mitgemacht haben, setzt ein sehr intensiver Verarbeitungsprozess ein. Hmm, also nur durch die Veränderung der Tonalität haben sich die emotionalen Ergebnisse meines Erlebens so dramatisch verändert… Sollte es wirklich so einfach sein? Und dann alle die anderen Techniken…

Einfach das Erleben der Welt NUR durch die gewollte Veränderung einiger kleiner Details, die Du SELBST bestimmen kannst, vom Negativen ins Positive zu drehen? Die direkte Konsequenz daraus: Deine Realität (ob positiv oder negativ wahrgenommen) ist ausschliesslich von Deiner Entscheidung abhängig. Sollte es also so sein, dass Du entscheiden kannst, wie Du ein Erlebnis wahrnehmen willst? Siehst Du, nun sind wir wieder am Beginn angekommen. Wenn Du Dich fragst: WARUM, dann lies den Artikel einfach noch einmal. Viel Spass.

 

 

Erstveröffentlichung am 02.10.2016 auf www.kikidan.com

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