Du siehst hier einige Artikel aus unserem Journal.
Damit Du alle Artikel ansehen kannst, melde Dich bitte HIER an.

kikidan

Besser mit NLP

Um die Welt – ohne GeldReise ins Abenteuer ohne viel auszugeben

In meinen Workshops herrscht spätestens nach dem zweiten Tag Aufbruchsstimmung. „Hinein in ein neues Leben“, so heisst für die meisten die Devise. Dies interpretiert mancher auf grundsätzliche Weise ganz wörtlich und verbindet damit den tatsächlichen und körperlichen Aufbruch ins Unbekannte: Reisen also. Leider bleibt es oft bei diesem Vorsatz oder es wird eine Pauschalreise, deren Elemente einfach zu konsumieren sind. Dabei lauert das Abenteuer um eine ganz andere Ecke.

news-16-42-um-die-welt-reisen-ohne-geld

Das häufigste Argument, das ich von den abenteuerlustigen Jungs bekomme, lautet: „Dazu habe ich nicht genügend Geld.“ Diese Aussage stimmt so nicht. Geld zum Reisen brauchst Du, wenn Du nur kurz Zeit hast. Also wenn Du Deine zwei kargen Wochen Urlaub vom Alltagsjob mit Aktion gefüllt willst. Dann kannst Du mit Deinem Geld die Expertise anderer Menschen kaufen und viel Zeit sparen. Wenn Du allerdings eine längere Zeit, vielleicht sogar Monate oder Jahre, für Deine Reise eingeplant hast, dann HAST Du Zeit.

icon-news-16-42-um-die-welt-reisen-ohne-geld Dann heisst es: Spare viel Geld, wenn Du Deine Komfortzone verlässt. Und das ist es ja, weswegen Du reisen willst. Ich habe in meinem Reiseleben viel mehr als einen Menschen getroffen, der seit Jahrzehnten (wirklich!!) unterwegs ist und nicht mehr als ein paar Dollar (wirklich!!) in der Tasche hatte. Wenn Du also wirklich!! ein Abenteuer erleben willst, dann gebe ich Dir hier ein paar Tipps zum Anfang. Der Rest erledigt sich spätestens nach zwei Wochen unterwegs.
 

Was bedeutet „wirklich reisen“?

Entweder Du hast bereits Blut geleckt und unglaublichen Spass daran gefunden, Neues zu entdecken, oder Du kuschelst Dich zurück ins Hotel Mama. Wie auch immer Deine Entscheidung ausfällt, Du wirst bereits eine wichtige Lektion gelernt haben.

Weil: In ein Reisebüro zu spazieren und eine Pauschalreise zu buchen, das ist KEIN Abenteuer. Und mit gut gefüllten Taschen für ein paar Wochen von Hostel zu Hostel in Neuseeland zu reisen, auch nicht. Dein Abenteuer beginnt auf der anderen Seite. Wenn Du wirklich reisen willst, hier gleich mein erster Tipp: beginne an Deiner Haustüre. Mach Dich auf den Weg, OHNE ein Flugticket in der Tasche. Geniesse die allmähliche Veränderung Deiner Umgebung. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Du erst einmal nach Flensburg oder schon gleich nach Shanghai unterwegs bist.

Als Entscheidungshilfe für eine abenteuerliche Reise brauchst Du keine Budgetplanung. Es reichen vielleicht 100 Euro Erspartes. Das sollte für ein bis zwei Jahre intensives Reisen reichen. Wenn Du Dich auf Reisen begibst, wirst Du Dich beständig mit drei Herausforderungen herumschlagen und sie meistern:

  1. Wie komme ich von A nach B?
  2. Wo schlafe ich heute Nacht?
  3. Wie fülle ich meinen Magen und kleide mich warm?

Bis Du Dich an die preiswerte Art, zu reisen gewöhnt hast, erforscht Du die tägliche „Erfüllung der Maslowschen Bedürfnispyramide“: Nahrung Kleidung Wohnung. Und genau dazu will ich Dir die ersten Ratschläge geben. Sie werden die Dich über Wasser halten, bis Du eigene Strategien entwickelt haben wirst, was zwangsläufig passieren wird.


Welches Gepäck sollst Du mitnehmen?

Reise leicht! Ein Rucksack reicht. Daher auch der Name. Im Internet findest Du unter dem Stichwort „Rucksackreisen“ viele hilfreiche Tipps. Für Deine Art zu Reisen brauchst Du maximal einen 70l Rucksack. Etwas ähnliches wie den „Osprey Farpoint“. Bei ebay kannst Du eine Menge Geld sparen. Du wirst erstaunt sein, mit wie wenig Gewicht Du unterwegs sein kannst. Schau Dich einfach etwas um und vor allem: teste Deine Ausrüstung bei einer kleinen Wanderung durch Deutschland.


Fortbewegung Von A nach B und C

Reisen heisst, sich fortzubewegen. Im buchstäblichen und im metaphorischen Sinne. Wenn Du wenig Geld in der Tasche hast, kannst Du trotzdem aus einer ganzen Menge an Fortbewegungsmitteln wählen:

  1. Geh zu Fuss
    Schon viele hundert Jahre rät man in Zentraleuropa jedem fertigen Gesellen, sich auf „die Walz“ zu begeben. Das heisst, zu Fuss und ohne Geld durchs Land. Solletest Du unverheiratet, unter 30 sein und gerade eine Lehre vollendet haben, findest Du im Internet eine Menge an hilfreichen Ratschlägen.
    Du wirst auch sonst oft zu Fuss gehen, wenn Du in fremden Ländern unterwegs bist.
  2. Autostopp
    Vielleicht kostet es Dich etwas Überwindung, der Autostopp ist ja in den letzten Jahren in Deutschland etwas aus der Mode geraten, weil die Fernbusse wirklich preiswert sind. Ich selbst bis als 12-jähriger bereits in die nahe Grosstadt getrampt, weil mein Taschengeld nicht für ein Zugticket reichte.
    Eine kleine Einschränkung möchte ich mir und Dir erlauben: als Mädchen würde ich in fremden Schwellenländern nicht alleine reisen. Prinzipiell. Nicht überall wird die unabhängig emanzipierte Art als das wahrgenommen, was sie ist. Es kommt leider viel zu oft zu Übergriffen. Das muss nicht sein. Auch zu diesem Thema findest Du wieder im Internet viel hilfreiches.
  3. Bus / Eisenbahn
    In Schwellenländern wie Indien im Osten oder Peru im Westen ist das Eisenbahnfahren sehr preiswert. Besonders dann, wenn Du Dir etwas Geld verdient hast und Deine Taschen gefüllt hast.

Übernachtung: Wo Du Dein Haupt bettest

  1. Couchsurfing
    Es rentiert sich, einen kleinen Computer dabeizuhaben, oder das Internet in Internetcafes zu nutzen. Die Webseite von Couchsurfing.com bietet Dir kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten in der ganzen Welt. Du wirst überrascht sein, was Du beim Couchsurfen noch alles erleben kannst.
  2. Schlafen auf öffentliches Land:
    Wenn Du in warmen Ländern unterwegs bist, kannst Du daran denken, einen Schlafsack und ein Zelt mitzunehmen. Nach etwa einer Woche wirst Du gelernt haben, bequem auf dem Boden zu schlafen, OHNE eine Isomatratze oder ähnliches, raumfüllendes Bequemszeugs. Wenn also alle Stricke reissen, oder das Wetter einfach zu schön ist, schlaf in einem Park, am Strand oder sonst an einer geschützten Stelle.
  3. Einladungen
    Du wirst erstaunt sein, wie oft Du beim Autostopp eingeladen wirst, bei Deinen Mitfahrern über Nacht zu bleiben UND gleichzeitig großzügig bewirtet wirst. Lass Dich einfach überraschen.

Essen: Was gibt’s heut Abend

  1. Geschichten erzählen
    Wenn Du unterwegs bist, werden Dich andere Menschen neugierig nach Deinem „woher und wohin“ befragen. Erzähle Deine Geschichte, erzähle Geschichten. Das kannst Du geben und Du wirst erstaunt sein, was Du alles Menschen erzählen kannst, die ihren Alltag immer gleich verbringen. In den allermeisten Fällen werden Dich Menschen aller Klassen gerne zum Essen einladen, einfach nur deshalb, weil sie dann mehr von Deinen Geschichten zu hören bekommen.
    Ob Du es nun glaubst oder nicht, ich habe bereits zwei Wochen auf einer 10 MIO Euro Yacht verbracht, nur um die Geschichte und die Geschichten meines Lebens zu erzählen. Irgenwann wurden mir der Champagner und die Steaks zu viel und ich zog wieder meiner Wege…
  2. örtliche Preiswertdiäten
    Es gibt in jedem Land Lebensmittel, die den Magen füllen und sehr preiswert zu haben sind. In Südamerika sind dies Zwiebeln, Avocado und Tomate. Mit etwas Brot und Wasser kannst Du Dich für wenige Cent am Tag damit ernähren. Reis und Früchte sind überall preiswert.
  3. Dumpster Diving
    Wenn es ganz hart kommt, kannst Du in den Abfalltonnen der Lebensmittelmärkte eine Menge an Brauchbarem finden. Ratschläge dafür bekommst Du im Internet unter den Stichwörtern „Containern“ oder „Dumpster Diving“.
  4. Arbeiten gegen Essen und Übernachtung und Geld
    In Australien, Neuseeland und vielen anderen Ländern, kannst Du Deine Arbeitskraft für eine begrenzte Zeit gegen einen (oft ziemlich komfortablen) Schlafplatz und Verpflegung eintauschen. Dazu gibt es, wenn Du jung bist, unter dem Stichwort „wok and travel“ im Interne jede Menge zu lesen. Ansonsten ist es eine Frage Deines Verhandlungsgeschicks und Deiner Kommunikationsfähigkeit.
  5. Kleidung
    Irgendwann einmal wird Deine Kleidung „ihren Geist“ aufgeben. Es gibt in Entwiklungsländern Kleidung für wenig Geld zu kaufen Das hat meist den Vorteil, dass sie den Sitten und dem Klima des jeweiligen Landes angepasst ist. In industrialisierten Ländern findest Du im Internet unter  „Charity Store“ Adressen, die Dir für wenig Geld viel bieten. In Sydney stöbere ich in den Läden der Heilsarmee gerne und habe schon wunderbare „vintage fashion“ Objekte entdeckt.

Ich meine, nun sollte Dir mittlerweile das Wasser im Munde zusammengelaufen sein und Deine Fantasie angeregt sein. Wenn Du also gerade Zeit zur Verfügung hast, wenig Geld hast und nicht weisst, womit Du Deine Zukunft verbringen sollst, dann finde ich es eine gute Idee, wenn Du Dir die Devise der „Bremer Stadtmusikanten“ zu Eigen machst: Etwas besseres als den Tod findest Du überall!

Wenn Du den einen, wirklich wichtigen Tipp von mir haben willst, der über Erfolg oder Misserfolg Deiner Reiseabenteuer entscheidet, auch den kannst Du haben: „Lerne Geschichten zu erzählen UND lerne zuhören, ohne zu bewerten!“ Und damit kannst Du bereits gleich jetzt beginnen. Damit hast Du den ersten Schritt zu Deiner langen Reise bereits getan.

Wenn Du dann irgendwann einmal in einem Internetcafe in Butan, Feuerland, Hawaii oder Honshu sitzt und darüber reflektierst, wie alles einmal angefangen hat, dann denkst Du vielleicht an mich und schreibst mir ein paar Zeilen. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Erstveröffentlichung am 16.10.2016 auf www.kikidan.com

Über den Autor:

eMail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Journalbeiträge von Chris Mulzer
Impulse von Chris Mulzer
Kurse von Chris Mulzer