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Clarissa Marchesan

Umgewichtung – Teil 3

Aufmerksamkeit verändert Gewicht
Nachdem wir über die Umgewichtung und die Waage der Hoffnung gesprochen haben, stellt sich eine wichtige Frage:
Warum sehen wir die hellen Steine oft gar nicht?
Die Antwort ist erstaunlich einfach.
Unser Gehirn richtet seine Aufmerksamkeit auf das, was wichtig erscheint.
Vor allem auf das, was uns einmal verletzt oder verunsichert hat.
Das war sinnvoll.
Denn unser Gehirn wollte uns schützen.
Doch manchmal bleibt dieser Blick bestehen, obwohl sich unser Leben längst verändert hat.
Dann sehen wir vor allem das, was nicht gelingt.
Die Fehler.
Die Sorgen.
Die Enttäuschungen.
Die dunklen Steine.
Die hellen Steine liegen oft direkt daneben.
Aber unser Blick bleibt am Schweren hängen.
Für mich bedeutet Umgewichtung deshalb auch eine Aufmerksamkeitsverschiebung.
Nicht weg von der Realität.
Sondern hin zu einer vollständigeren Realität.
Denn zu unserem Leben gehören nicht nur schwierige Erfahrungen.
Es gehören auch Begegnungen dazu.
Menschen, die uns unterstützen.
Eigene Fähigkeiten.
Mutige Schritte.
Neue Ideen.
Kleine Erfolge.
Wenn wir beginnen, diesen Erfahrungen bewusst Aufmerksamkeit zu schenken, verändert sich etwas.
Nicht, weil wir uns etwas vormachen.
Sondern weil unser Gehirn lernt, dass auch diese Erfahrungen wichtig sind.
Mit der Zeit entsteht ein neues inneres Gleichgewicht.
Nicht durch Verdrängen.
Nicht durch positives Denken.
Sondern durch bewusstes Wahrnehmen.
Vielleicht beginnt Veränderung manchmal genau dort:
Nicht mit einer neuen Antwort.
Sondern mit einem neuen Blick