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Katrin Wilcke

🌸 ElternTalk gestern: Wenn Kinder anders denken, fühlen und wahrnehmen

Manchmal beginnt eine scheinbar einfache Elternfrage mit einem Satz wie:

„Unser erstes Kind ist hochbegabt – sollten wir das Geschwisterkind jetzt auch testen lassen?“

Doch hinter dieser Frage steckt oft viel mehr.

Es geht um Kinder, die anders lernen.
Um Kinder, die besonders schnell denken, sehr tief empfinden oder ihre Umwelt ungewöhnlich intensiv wahrnehmen.
Um Kinder, die auffallen – und um diejenigen, die so gut funktionieren, dass lange niemand genauer hinschaut.

Es geht um Geschwister und Vergleiche.
Um Hochbegabung und Hochsensibilität.
Um LRS, ADHS und andere Besonderheiten.
Um Mädchen, die sich vielleicht stärker anpassen.
Um Kinder, deren Testergebnis zunächst überhaupt nicht zu dem passt, was ihre Eltern im Alltag erleben.

Und vor allem geht es um eine Frage, die hinter all diesen Geschichten steht:

Wie können wir unsere Kinder besser verstehen, ohne sie in eine Schublade zu stecken?

Im gestrigen ElternTalk haben Katrin und Clarissa genau darüber gesprochen. Grundlage waren eure zahlreichen Zuschriften, Fragen und persönlichen Erfahrungen.

Und eines wurde dabei sehr deutlich:

Es gibt nicht das eine hochbegabte Kind.
Es gibt nicht den einen richtigen Weg.
Und es gibt auch nicht die eine Antwort auf die Frage, wann eine Diagnostik sinnvoll ist.

Manche Kinder zeigen ihre besonderen Fähigkeiten sehr deutlich.
Andere passen sich an, funktionieren hervorragend und bleiben dadurch lange „unter dem Radar“.
Manche brauchen eine Herausforderung nach der anderen – andere vor allem Sicherheit, Ruhe und Verständnis.

Deshalb lohnt sich manchmal ein Perspektivwechsel:

Nicht nur fragen:

„Ist mein Kind hochbegabt?“

Sondern auch:

„Wer ist dieses Kind eigentlich?“
„Wie denkt es?“
„Wie lernt es?“
„Was braucht es?“
„Was versucht es uns vielleicht gerade zu zeigen?“

Genau darum geht es in diesem ElternTalk – um echte Geschichten, unterschiedliche Sichtweisen und um den Versuch, hinter Zahlen, Diagnosen und Verhaltensweisen immer auch das einzelne Kind zu sehen. 🤍

Und vielleicht ist das die wichtigste Botschaft des gesamten Gesprächs:

Eine Zahl definiert kein Kind.
Aber ein besseres Verständnis kann manchmal sehr viel verändern.
🌸

 

ElternTalk gestern:

 

Hochbegabte & hochsensible Kinder und Jugendliche

Ein Gespräch zwischen Katrin, Clarissa mit Erzählungen und Fragen aus Elternzuschriften

 

Katrin:

Ich glaube, wir müssen heute erst einmal sagen: Wow. Danke.

Wir haben so viele Rückmeldungen von euch bekommen, so unterschiedliche Geschichten – und gleichzeitig gibt es unglaublich viele Gemeinsamkeiten.

 

Clarissa:

Ja. Und ich fand besonders spannend, dass die Frage eigentlich ganz einfach klingt:

„Mein Kind ist hochbegabt – soll ich das Geschwisterkind jetzt auch testen lassen?“

Aber wenn man eure Geschichten liest, merkt man ziemlich schnell: So einfach ist die Frage überhaupt nicht.

 

Katrin:

Nein. Denn da geht es gar nicht nur um den IQ.

Da geht es um Wahrnehmung. Um Geschwister. Um Gerechtigkeit. Um Mädchen und Jungen. Um Anpassung. Um Hochsensibilität. Um LRS, ADHS oder andere Besonderheiten.

Und manchmal auch um die Frage:

„Warum haben wir das bei unserem Kind eigentlich so lange nicht gesehen?“

 

 

 

🌸🌸🌸

„Bei uns ging es immer nur um meinen Bruder.“

Clarissa:

Eine Rückmeldung hat mich persönlich sehr berührt.

Eine Mutter schreibt sinngemäß: Bei uns ging es als Kinder immer nur um meinen Bruder.

Der Bruder wurde getestet. Es gab Termine, Ergo, Unterstützung.

Und der Vater sagte damals sogar:

„Wir müssen uns damit abfinden, dass wir ein dummes Kind haben.“

 

Katrin:

Und dann kam bei ihm beim Test heraus: Hochbegabung und LRS.

Clarissa:

Genau. Und sie selbst?

Sie machte still ihr Abitur, begann eine Ausbildung, fing ein Medizinstudium an – und merkte irgendwann, dass dieses Studium sie überhaupt nicht glücklich machte.

Katrin:

Und als ihr eigener Sohn später auffällig wurde und getestet wurde, machte es bei ihr plötzlich Klick. Sie hat dann tatsächlich ihren eigenen IQ testen lassen.

Clarissa:

Das ist schon eine Geschichte, bei der man einmal schlucken muss. Denn manchmal ist das Kind, das funktioniert, genau das Kind, bei dem niemand genauer hinschaut.

Katrin:

Das Kind, das gute Noten bringt.

Das Kind, das nicht stört.

Das Kind, das sich anpasst.

Das Kind, bei dem die Eltern sagen:

„Bei ihr war eigentlich nie etwas.“

Clarissa:

Und „nie etwas“ kann eben auch bedeuten:

Wir haben keinen Anlass gesehen, genauer hinzuschauen.

 

 

 

🌸🌸🌸

„Aber mein Kind ist doch völlig unauffällig.“

Katrin:

Das kam in mehreren Rückmeldungen.

Ein Geschwisterkind wird als unauffällig beschrieben, während das andere sehr deutlich Besonderheiten zeigt.

Clarissa:

Und da finde ich es wichtig, nicht sofort zu sagen:

„Dann braucht das Kind auch keinen Test.“

Aber eben auch nicht:

„Das Geschwisterkind ist hochbegabt, also muss das andere auch getestet werden.“

Katrin:

Genau. Wir wollen ja nicht aus Hochbegabung eine Familienpflicht machen.

Clarissa:

Nein.

Die Frage ist immer:

Was wollen wir mit der Diagnostik eigentlich erreichen?

 

 

 

🌸🌸🌸

 

Zuschrift Carina T.: „Heute frage ich mich trotzdem, ob wir früher hätten hinschauen sollen.“

Carina T. schrieb:

Bei uns war es tatsächlich so.

Unser eines Kind war auffällig und wurde deshalb getestet. Beim Geschwisterkind hatten wir überhaupt keinen Anlass.

Heute frage ich mich manchmal trotzdem:

Hätten wir früher genauer hinschauen sollen?

Katrin:

Ich glaube, diese Frage kennen viele Eltern.

Clarissa:

Und gleichzeitig möchte ich euch da ein bisschen von diesem schlechten Gewissen nehmen.

Ihr habt damals mit dem Wissen gehandelt, das ihr hattet.

Katrin:

Und vielleicht ist genau DAS auch eine wichtige Botschaft:

Wir müssen nicht rückwirkend jedes Verhalten unseres Kindes analysieren.

Clarissa:

Aber wir dürfen neugierig bleiben.

 

 

 

🌸🌸🌸

 

„Was würde uns ein Test überhaupt bringen?“

Katrin:

Das ist eigentlich die Kernfrage.

Clarissa:

Ja.

Nicht:

„Brauche ich eine Zahl?“

Sondern:

„Hilft mir dieses Wissen, mein Kind besser zu verstehen?“

Katrin:

Denn ein IQ-Wert erklärt kein Kind.

Er erklärt nicht automatisch Schlafprobleme.

Nicht Ängste.

Nicht Perfektionismus.

Nicht sozialen Rückzug.

Nicht LRS.

Nicht eine Schulverweigerung.

Clarissa:

Aber eine gute psychologische Diagnostik kann Zusammenhänge sichtbar machen – insbesondere wenn neben einer hohen Begabung noch andere Besonderheiten oder Lernschwierigkeiten vorhanden sind. Gerade bei solchen Kombinationen kann das eine Herausforderung sein, weil sich die verschiedenen Bereiche gegenseitig überdecken können. 

Katrin:

Und deshalb ist manchmal eben nicht die Zahl das Entscheidende.

Sondern das Profil.

 

 

 

 

🌸🌸🌸

 

Zuschrift Marcus C.: „Unsere beiden Kinder sind hochbegabt – aber völlig unterschiedlich.“

Marcus C. schrieb:

Wir haben zwei Kinder testen lassen. Beide sind hochbegabt. Aber wenn man sie anschaut, könnte man meinen, sie hätten überhaupt nichts miteinander zu tun.

Mein Sohn ist unglaublich stark in logischen und mathematischen Dingen.

Meine Tochter dagegen ist ganz anders. Sie ist kreativ, sprachlich stark und hat ihre eigenen besonderen Stärken. In der Schule war sie eigentlich eine ganz normale Zweier-Schülerin.

Katrin:

Und genau da wird es interessant.

Denn wenn man Hochbegabung immer nur mit „Das Kind ist in Mathe überragend“ gleichsetzt, übersieht man eine ganze Menge Kinder.

Clarissa:

Und Geschwister sind sowieso kein Kopiermodell.

Katrin:

Ganz genau.

Das eine Kind ist schnell.

Das andere tiefgründig.

Das eine Kind liebt Zahlen.

Das andere Sprache.

Das eine Kind fällt mit seinem Wissen ständig auf. Das andere beobachtet erst einmal zehn Minuten und sagt dann einen Satz, bei dem alle Erwachsenen kurz still werden.

Clarissa:

Und manchmal sieht man gerade bei introvertierten Kindern die besonderen Fähigkeiten viel weniger offensichtlich.

 

 

 

 

🌸🌸🌸

 

Zuschrift Ilkay K.: „Wir haben aus Gerechtigkeit testen lassen.“

Ilkay K.:

Bei uns war tatsächlich ein Gerechtigkeitsgedanke dabei.

Wir dachten:

Wenn wir bei einem Kind sagen, dass es besonders klug ist, können wir doch dem anderen nicht gleichzeitig unterstellen, dass es weniger klug ist. Das war bei uns zum Glück auch nicht so. Unsere jüngere Tochter ist sehr introvertiert und dadurch immer etwas unter dem Radar.

Katrin:

Das finde ich einen sehr schönen Gedanken - solange daraus nicht der Druck entsteht, dass alle Kinder dasselbe Ergebnis haben müssen.

Clarissa:

Und genau deshalb lohnt sich der Blick manchmal besonders. Denn Auffälligkeit und Begabung sind zwei verschiedene Dinge.

 

 

 

🌸🌸🌸

Mädchen und das „Unter-dem-Radar-Sein“

Clarissa:

Das Thema Mädchen kam in den Zuschriften erstaunlich häufig vor.

Und tatsächlich weisen auch Fachinformationen darauf hin, dass Mädchen ihre Begabungen teilweise stärker sozial anpassen und deshalb weniger auffällig erscheinen können. 

Katrin:

Was natürlich nicht heißt:

„Jedes Mädchen maskiert.“

Clarissa:

Nein, überhaupt nicht.

Aber es bedeutet:

Wir sollten uns nicht zu sehr an ein bestimmtes Bild vom „hochbegabten Kind“ klammern.

Katrin:

Denn vielleicht erwarten wir den kleinen Professor – und bekommen stattdessen ein Mädchen, das wunderbar sozial funktioniert, kreativ ist, gute Noten schreibt und sich gleichzeitig permanent unterfordert fühlt.

Clarissa:

Oder ein Kind, das zu Hause komplett anders ist als in der Schule.

 

 

 

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Zuschrift Ina B.: „Das erste Testergebnis passte für mich überhaupt nicht.“

Ina B.:

Bei uns war das Testergebnis zunächst sogar ein bisschen schwierig. Unsere jüngere Tochter wurde mit fünf Jahren getestet.

Sie lag deutlich unter ihrer großen Schwester. Es passte einfach nicht zu meinem Kind und zu dem, was wir im Alltag beobachteten.

 

Katrin:

Sie hatte wohl das Gefühl: Das Testergenis kann nicht stimmen.

Clarissa:

Scheint so. Was schreibt sie weiter? Haben sie später noch einmal testen lassen?

 

Katrin zitiert aus Inas Zuschrift:

"Ja. Fünf Jahre später.

Und plötzlich lagen die beiden fast gleichauf.

Aber mit völlig unterschiedlichen Profilen."

 

Katrin: Und auch das ist etwas, was Eltern wissen sollten:

Ein Testergebnis ist keine unveränderliche Identität.

Clarissa:

Und gerade bei Kindern spielen Entwicklung, Tagesform, Motivation, Prüfungsangst und die konkrete Fragestellung eine Rolle.

Katrin:

Deshalb sollte ein Testergebnis immer gemeinsam mit dem gesamten Kind betrachtet werden.

 

 

 

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Zuschrift Anne F.: „Mein Sohn ist hochbegabt – aber wie soll sein Weg weitergehen?“

Anne F.:

Bei uns ist das Thema gerade ganz praktisch.

Mein Sohn ist hochbegabt und hochsensibel, hat LRS und braucht sehr viel Routine.

Er macht bald seinen Realschulabschluss. Aber er weiß überhaupt nicht, wie es weitergehen soll.

 

Clarissa:

Das ist ein wunderschönes Beispiel dafür, warum „hochbegabt“ nicht automatisch bedeutet:

Gymnasium.

Studium.

Karriere.

Katrin:

Oder: Du musst jetzt etwas ganz Großes machen.

Clarissa:

Vielleicht braucht dieser Jugendliche etwas ganz anderes.

Einen überschaubaren Rahmen.

Strukturen.

Eine Umgebung mit wenig Reizüberflutung.

Und gleichzeitig eine Tätigkeit, die seinem Denken entspricht.

Katrin:

Und genau da müssen wir manchmal weg von unseren Vorstellungen davon, wie ein „erfolgreicher“ Weg auszusehen hat.

Denn Erfolg bedeutet nicht für jedes Kind dasselbe.

 

 

 

🌸🌸🌸

 

Zuschrift Boris L.: „Meine Tochter möchte nicht mehr in die Schule.“

Boris L.:

Bei uns ist es inzwischen richtig schwierig. Unsere Tochter ist sieben.

Seit dem Schulwechsel wird sie ausgeschlossen und ausgelacht. Sie denkt sehr schnell und korrigiert andere Kinder häufig. Sie möchte nicht mehr zur Schule.

Sie hat Albträume. Zu Hause ist sie gereizt und teilweise aggressiv. Und die Schule ist ehrlich gesagt ziemlich ratlos.

 

Katrin:

Krass, was das mit Kindern macht!

Clarissa:

Da würde ich gerne einen Moment bleiben.

Denn hier geht es nicht mehr nur um Hochbegabung.

 

Katrin:

Nein.

Wenn ein Kind nicht mehr zur Schule möchte, Albträume entwickelt und sich sein Verhalten so stark verändert, müssen wir den Leidensdruck ernst nehmen.

Clarissa:

Und zwar unabhängig davon, ob das Kind hochbegabt ist oder nicht.

Katrin:

Gleichzeitig darf man natürlich fragen:

Was passiert zwischen diesem Kind und seiner Umwelt?

Clarissa:

Denn ja – ein hochbegabtes Kind muss lernen, dass andere Kinder anders denken.

Dass andere nicht so schnell sind.

Dass man nicht jede falsche Antwort korrigieren muss.

Katrin:

Aber das Kind braucht dabei Unterstützung.

Nicht nur die Ansage:

„Dann hör halt auf, die anderen zu verbessern.“

Clarissa:

Genau. Es braucht Möglichkeiten, soziale Situationen zu verstehen und zu üben.

Und die Erwachsenen müssen ebenfalls verstehen, warum das Kind so handelt.

 

 

 

🌸🌸🌸

 

„Was machen wir jetzt mit all diesen unterschiedlichen Erfahrungen?“

Katrin:

Wenn wir jetzt all diese Rückmeldungen zusammennehmen, dann haben wir eigentlich ein riesiges Spektrum.

Familien, die alle Geschwister testen lassen.

Familien, die Jahre dazwischen liegen lassen.

Familien, die erst testen, wenn Probleme entstehen.

Und Familien, die sagen:

„Unser jüngstes Kind ist noch klein. Wir warten erst einmal.“

Clarissa:

Und ich finde: Genau das darf auch so sein.

Es gibt nicht den einen perfekten Zeitpunkt.

Katrin:

Und es gibt auch nicht die Verpflichtung:

„Wenn ein Kind hochbegabt ist, müssen wir alle Geschwister testen.“

 

 

 

🌸🌸🌸

 

Die vielleicht wichtigste Frage

Katrin:

Vielleicht können wir deshalb die ursprüngliche Frage einmal verändern.

Nicht:

„Ist mein Geschwisterkind auch hochbegabt?“

Sondern:

„Wer ist dieses Kind?“

 

Clarissa:

Wie denkt es?

Wie lernt es?

Was interessiert es?

Was fällt ihm leicht?

Wo strengt es sich unverhältnismäßig an?

Wo zieht es sich zurück?

Wo ist es vielleicht besonders sensibel?

Wo erleben wir Schwierigkeiten?

Und wo erleben wir dieses kleine Aufblitzen, bei dem wir denken:

„Wow. Wo kommt das denn her?“

 

Katrin:

Und dann können wir überlegen:

Brauchen wir überhaupt einen Test?

Oder brauchen wir zunächst einfach mehr Beobachtung?

Oder gibt es bereits einen Leidensdruck, bei dem eine professionelle Diagnostik sinnvoll wäre?

Clarissa:

Genau.

 

 

 

🌸🌸🌸

 

„Und wenn die Geschwister unterschiedliche Werte haben?“

Katrin:

Eine Sorge kam mehrfach in den Zuschriften vor:

„Was ist, wenn das eine Kind einen deutlich höheren IQ hat als das andere?“

Clarissa:

Dann haben wir zwei Kinder.

Nicht einen Gewinner und einen Verlierer.

Katrin:

Ganz genau, denn Kinder sind keine Rangliste.

Und selbst wenn zwei Geschwister denselben Gesamt-IQ hätten, wären sie deswegen nicht gleich.

Clarissa:

Vielleicht hat das eine Kind seine große Stärke im logischen Denken.

Das andere in Sprache.

Das nächste im räumlichen Denken.

Das nächste in Kreativität.

Katrin:

Und vielleicht braucht eines von ihnen sehr viel Ruhe und das andere ständig neue Herausforderungen.

 

 

 

🌸🌸🌸

 

Unser Fazit

Clarissa:

Wenn ihr uns also fragt:

„Soll ich mein Geschwisterkind testen lassen?“

Dann würden wir nicht einfach „Ja“ oder „Nein“ sagen.

Katrin:

Wir würden euch zurückfragen:

„Warum möchtet ihr testen?“

Gibt es eine konkrete Fragestellung?

Gibt es Schwierigkeiten?

Gibt es besondere Fähigkeiten, die ihr besser verstehen möchtet?

Steht eine schulische Entscheidung an?

Oder möchtet ihr einfach mehr darüber erfahren, wie euer Kind denkt?

Clarissa:

Und dann kann eine Diagnostik sehr hilfreich sein. Aber manchmal ist die Antwort auch:

„Noch nicht.“

Katrin:

Und auch das ist vollkommen okay!

 

 

 

🌸🌸🌸

 

Zum Schluss

Clarissa:

Ich glaube, eine Sache sollten wir uns aus all den Geschichten wirklich mitnehmen.

Katrin:

Unbedingt! Wir sollten unsere Kinder nicht miteinander vergleichen, um herauszufinden, wer „mehr“ oder „weniger“ kann.

Sondern wir sollten sie vergleichen – wenn überhaupt – nur insofern, als dass wir erkennen:

Wie unterschiedlich Menschen denken können.

Clarissa:

Und vielleicht ist genau das die große Stärke einer Familie mit mehreren Kindern.

Dass wir erleben:

Dieses Kind braucht das.

Dieses Kind braucht etwas völlig anderes.

Und trotzdem sind beide genau richtig!

Katrin:

Manche Kinder machen sehr laut auf sich aufmerksam. Andere machen es ganz leise.

Clarissa:

Und manche funktionieren so gut, dass niemand auf die Idee kommt, genauer hinzusehen.

Katrin:

Deshalb vielleicht unser wichtigster Satz für heute:

Eine Zahl definiert kein Kind.

Aber ein besseres Verständnis kann manchmal sehr viel verändern.

Clarissa:

Danke für eure Offenheit, eure Geschichten und auch für eure ganz unterschiedlichen Erfahrungen. 35391 874 600 lt

Katrin:

Und wenn ihr euch in einer dieser Geschichten wiedererkennt: Vielleicht ist die wichtigste Frage gar nicht „Ist mein Kind hochbegabt?“

Clarissa:

Sondern:

„Was versucht mir mein Kind gerade zu zeigen?“

Katrin:

Und genau da beginnt meistens der spannendste Teil!